Erst REHA, dann Rente?

  • Naja... Du kannst den Versuch auch auf 450 € Basis starten. Das darfst Du neben der Rente.
    Ich denke daran man kann auch sehr gut erkennen wie lange man durchhält, bzw ob Arbeit überhaupt machbar ist.

    Das mit dem 450 € Job ist eine gute Idee.

    Allerdings war es bei mir so, dass ich lange einen 450 € Job machen konnte, aber bei mehr Arbeit bin ich sofort wieder krank geworden. Mein Problem war ebenfalls Depression.

    Weiß jemand, unter welchen Umständen man probeweise testen kann, ob man mehr Arbeit verträgt? Ehrenamt? WfbM? Aber da sind vermutlich die Bedingungen oft nicht mit dem ersten Arbeitsmarkt zu vergleichen, was den Zeit- und Termindruck oder sonstige Belastungen angeht.

    "The humanity we all share is more important than the mental illnesses we may not" - Elyn Saks

  • Weiß jemand, unter welchen Umständen man probeweise testen kann, ob man mehr Arbeit verträgt? Ehrenamt? WfbM? Aber da sind vermutlich die Bedingungen oft nicht mit dem ersten Arbeitsmarkt zu vergleichen, was den Zeit- und Termindruck oder sonstige Belastungen angeht.

    Du darfst inzwischen auf Antrag, ohne Deine Rente zu riskieren, für ein 1/2 Jahr bis zu 20 Stunden arbeiten.
    Wenn Du einen entsprechenden Arbeitgeber findest, kannst Du bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen.
    Auch für ein Ehrenamt mußt Du, falls Du es über 15 Stunden / 3 Stunden am Tag ausübst bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen.
    Für ehrenamtliche Tätigkeiten gelten dieselben Regeln wie für bezahlte Arbeit.

  • Das hoffe ich auch, aber mein Psychiater hat mir Unterstützung zugesagt, dass er in dem Fall ausschließlich einer ambulanten Reha zustimmen würde. Stationär wäre einfach zu viel Input, der meine Stabilität gefährden würde. Aus Gesprächsgruppen befreien lassen konnte man sich auch nur mit ärztlicher Intervention, nicht einfach so (2019 war das bei mir so). Es wurde einem gedroht, dass man bei mangelnder Mitwirkung die Gesamtkosten der Reha selbst tragen müsse. Davor hatte ich wahnsinnige Angst und habe alles über mich ergehen lassen. Es gibt aber auch Kontraindikationen, bei denen einen keine Reha-Klinik aufnimmt. Diese werden bei mir ärztlich geltend gemacht.

    Vorsicht! Die Kontraindikationen beziehen sich auf Österreich. Das wird zwar vermutlich in Deutschland ähnlich sein, aber ich habe den Eindruck, dass in D immer aus allen noch mehr rausgepresst werden muss, als in anderen Ländern.

  • Sofern es keine barrierefreie Reha-Einrichtung gibt, die reizarm bzw. behindertengerecht ist, wird mich niemand zwingen können. Ich habe jetzt drei Monate recherchiert, autismusspezifische Reha-Einrichtungen gibt es in D nur für Kinder (Mutter-Kind-Einrichtungen). Nicht für Erwachsene.

    Ich war in Baden Baden in einer Rehaklinik. Eigentlich wollte ich das nicht, weil ich auch dachte 5 Wochen bringen mit gar nichts (2 Wochen ankommen, 2 Wochen aufs Ende vorbereiten, 1 Woche Therapie). Doch ich wurde eines besseren belehrt.

    Ich hatte ein großes, schönes Einzelzimmer. Die Gruppen waren klein (villeicht auch Dank Corona) und es sprach immer nur eine Person - das ging, ich musste gar nicht reden, dass war okay! Ich hätte Gruppen, nach Absprache mit meiner Therapeutin auch abwählen können, aber da die Trauergruppe und die soziale Interaktionsgruppe interessant waren tat ich das nicht (ich finde es schön Menschen dann einfach beobachten zu können und zu lernen, bei so interessanten Themen). In der Maltherapie und Ergotherapie war es auch immer leise... Nur bei Sportgruppen wurde als mal gestöhnt und gelacht...Einzig der Essenssaal war laut, aber auch da hätte ich beantragen können, das Essen auf mein Zimmer zu bekommen - ich hab mir stattdessen eine ruhigere Ecke ausgesucht...

    Meine dortige Therapeutin hat eine Asperger-Tochter, vielleicht durfte ich deswegen so selbstbestimmt sein, wobei ich den Eindruck hatte und es wurde so auch kommuniziert, legen die dort sehr viel wert auf Selbstbestimmung, achten der eigenen Grenzen etc.
    Sollte jemand an dieser Rehaeinrichtung und der Therapeutin interessiert sein, einfach eine pn schreiben!

    was die hatten, nicht in 5 Wochen mal eben in Ordnung bringen könnte.

    Im Endefekt war ich 12 Wochen dort - das war richtig gut, erholsam, stärkend....
    Das mit der anschließenden beruflichen Reha wurde aber leider dann doch nichts....

    Leider kann und darf ich keine Reha mehr machen, zur Zeit zumindestens....

  • Ich war in Baden Baden in einer Rehaklinik.

    Baden-Baden ist toll, da war ich früher oft im Urlaub bei einer Bekannten. Es klingt nach einer sehr guten Erfahrung, das freut mich für Dich.

    Meine dortige Therapeutin hat eine Asperger-Tochter, vielleicht durfte ich deswegen so selbstbestimmt sein, wobei ich den Eindruck hatte und es wurde so auch kommuniziert, legen die dort sehr viel wert auf Selbstbestimmung, achten der eigenen Grenzen etc.

    Diese Erfahrung gab es bei mir leider so nicht (2019). Es wurde immer mit Abbruch und Kostenheranziehung für die abgebrochene Reha gedroht, bei drei Mitpatienten wurde das auch durchgeführt. Da ich DRV-Bund bin, kann ich mir leider keine Klinik aussuchen, die belegen nur die Kliniken, mit denen sie Verträge haben, und da die DRV-Bund im Gegensatz zur DRVen der Länder recht klein ist, sind das nicht viele Kliniken zur Auswahl.

  • Da ich DRV-Bund bin, kann ich mir leider keine Klinik aussuchen

    Ich bin auch DRV Bund. Ich hatte mir die Klinik nicht ausgesucht, wollte eigentlich eine passende für mich suchen, hatte aber nicht die Kraft dazu, also nahm ich die in Baden Baden an.
    2020 hatte man noch ein Wahlrecht was Rehakliniken angeht, auch beim DRV Bund - kann sein das es inzwischen anders ist....

  • Ich bin auch DRV Bund.

    Das ist ja eine starke Info, vielen Dank! :) Mir wurde eine Klinik in Hessen zugeteilt 2019 und ich hatte praktische keine Wahlmöglichkeit, obwohl sie mir gesetzlich zugestanden hätte. Ich bin ja aus dem Dienst erwerbsfähig reingegangen und es war auch keine Erwartung, dass ich erwerbs- und arbeitsunfähig entlassen werde, sondern die, dass ich danach gleich wieder zum Dienst gehe. Möglicherweise wurde mir einfach der nächst freie Platz zugewiesen, auf Nachfrage am Telefon sagte man mir, dass es keine Alternative zur Auswahl gäbe. Die drei angegebenen Wunschkliniken wurde nicht berücksichtigt.

    Ich werde dennoch keine stationäre Reha mehr machen, wenn es aufgrund einer Aussteuerung vom Arbeitsmarkt erforderlich wäre, würde mein Arzt nur einen ambulanten Reha am Heimatort zustimmen. Und ich hoffe sehr, dass bis dahin ein GdB vorliegt, so dass man mich nicht mehr in Gesprächsgruppen zwingen kann.

  • ..jedenfalls Freitag mich Wolke(n) am Himmel , dass du mit Reha GUTE Erfahrungen gemacht hast. Bin AUCH bei DRV Bund. Vielleicht krieg ich keine Reha, obwohl ich beantrage. Letzte war erst 2022. Habe extra nicht vom Wahlrecht Gebrauch gemacht. Habe aber angegeben (bei: was wünschen/erwarten sie von der Reha): Dass die letzte Begutachtung (2023) berücksichtigt wird, in der ein dringender Verdacht auf Asperger gestellt wurde. Dass ich mir wünsche, dass die Reha mich nicht zu sehrstresst, sondern dass sie was bringt. Das habe ich geschrieben, weil die Rentenversicherung immer noch davon ausgeht, dass ich 6 Stunden und mehr arbeiten kann :m(:. GDB von 40 hab ich schon (Kombination von Körperlicher und Psychischer Behinderung; Klage läuft)

  • Ich hatte ein großes, schönes Einzelzimmer.

    War das Zimmer denn hellhörig oder okay? Und war es eher modern oder Altbau? Ich mag Altbau nicht so gern. Sollte ich je mal eine Reha machen. Bisher habe ich es nicht fest auf dem Plan, aber es könnte irgendwann doch sinnvoll sein.

    Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
    (Howard Zinn)

  • Shenya

    Es war ein neueres Gebäude, außerhalb der Klinik. Es war eher ruhig, aber vielleicht hatte ich auch Glück mit lauter leisen Nachbarn. Leider bekommt wohl nicht jeder diese schönen Zimmer, denn die in der Klinik sind eher Altbau und wohl eher hellhörig, zum Teil modernisiert (Die Klinik ist auch eine Rehaklinik für Orthopädie). Wenn ich dort noch mal hinkommen sollte, würde ich lieber eine längere Wartezeit in Kauf nehmen und dafür aber auf eines dieser Zimmer im Außengebäude beharren .)

  • Also nochmal zu meinem Stand: Erwerbsminderungsrente ist abgelehnt worden. Ich habe dann sofort eine Reha beantragt. Mein Psychiater hat mich letzte Woche als aktuell nicht arbeitsfähig eingestuft. Heute hat mich ein Herr von der Rentenversicherung aus Stralsund angerufen. Er hat meine Rückfrage, die ich per Fax (formlos, handgeschrieben) geschickt hatte, als Widerspruch gewertet. Er meint, dass das gut für mich sei. Denn so werden die "Rehaärzte" und die "Rentenärzte" der Rentenversicherung miteinander sprechen. Also könne ich den Widerspruch dann geltend machen, wenn mich die Ärzte auf einer eventuellen Reha arbeitsunfähig entlassen.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!