Traumatisierung durch Psychiatrieaufenthalt?

  • Die ich nicht immer finde, dann lebe ich erstmal mit der Angst, doch das schränkt ziemlich ein.

    Das ging und geht bei mir auch nur Phasenweise und oft nur in winzig kleinen Schritten

    (und ich habe teilweise Wochenlang die Wohnung nicht verlassen können, niemanden reingelassen, mich kaum getraut mich in der einigen Wohnung zu bewegen oder irgendwelche hörbare Geräusche zu machen …was den Nachbarn im übrigen irgendwann auch auffällt und die einen dann darauf ansprechen und sich über einen wundern …aber das nur am Rande).

    Ich kann dir höchstens raten: Nicht aufzugeben! (auch wenn es sich manchmal so anfühlt als müsste man wieder von Vorne anfangen) und weiter daran glauben es irgendwann überwinden zu können, sich selbst und seine Ängste (selbst die ganz „absurden“) ernst nehmen, und sich alle Zeit nehmen und geben, die man (das Innenleben?) eben dazu braucht.

    Wünsche dir das du möglichst viele angstfreie Momente hast und weiter Fortschritte machst.

    Edited 2 times, last by Celia75 (July 12, 2024 at 2:41 PM).

  • Wünsche dir das du möglichst viele angstfreie Momente hast und weiter Fortschritte machst.

    Danke für Deine Worte und mit Deinem Rat kann ich was anfangen, da er im Chor mit dem spricht, was ich mir selber immer wieder zu erinnern geben mag. (RW)

    Ich dachte oft und denke es noch immer wieder, ich stelle mich an, weil ich doch immer noch irgendwie funktioniere.

    Mich die Ängste nicht komplett lähmen und doch immer wieder Luft zum Atmen da ist. (RW)

    Und weil ich eben einfach keine Medikamente nehmen mag und der Psychologie und Psychiatrie und dem Hilfssystem am liebsten gar nicht und wenn doch, dann sehr vorsichtig begegnet bin und begegne.

  • columbarius

    Wie ich es geschafft habe das zu verarbeiten? Es ist erstens viel Zeit vergangen, in der ich nicht mehr in der Psychiatrie war, und zweitens habe ich mich durch verschiedene ambulante Hilfsmöglichkeiten wie Therapeutin, IFD und Arbeitsamt einen Platz auf dem Arbeitsmarkt erkämpft, habe eine prima Wohnsituation etc.

  • Zurückhaltend sind die schon mal nicht. Seht ihr das auch so? Ich habe irgendwie Schwierigkeiten damit.

    Bei Langzeitaufenthalten in Psychiatrien besteht das Problem der Verinselung / Hospitalisierung, das dem Inklusionsgedanken entgegensteht. Mit ähnlicher Begründung sieht man auch Behindertenwerkstätten, Behindertenwohnheime / Wohnanlagen und Sonderschulen / Förderschulen nicht als inklusionsgerecht da separierend. Dennoch sind Langzeitaufenthalte in speziellen Fällen sinnvoll z. B. bei hochgradiger tiefsitzender Selbstschädigungsgefahr und / oder im Rahmen einer Langzeit-Drogentherapie, was dann allerdings mit wachsenden Freiheiten von statten gehen sollte.

    Hinzu kommt allerdings das Problem, dass eben auch in Psychiatrien Mobbing usw. stattfindet. Und auch, dass die meisten Psychiatrien nicht autistengerecht gestaltet sind.

    I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

  • Platz auf dem Arbeitsmarkt erkämpft, habe eine prima Wohnsituation

    Mir hat das in anderen "Problemen" auch sehr geholfen. Eigenes Geld verdienen, Geld vor allen in mich und meine Bedürfnisse zu investieren, und ein wohnliches, ruhiges Umfeld zu haben, wo ich voll akzeptiert bin und sehr gut reinpasse. Ich habe Kontakt zu einer SHG, das Forum, mein Atelier in einem großen Industriekomplex und eine 30 Stunden Woche in einem Job der mich zwar unterfordert, aber ich alleine arbeiten kann. Dass alles viel mir nicht vor die Füße (RW) ich bin einfach dran geblieben und hab geschaut wo Möglichkeiten für mich sind.

    Als ich vorstellig wurde in der Tagesklinik hatte ich eine Trennung hinter mir, mich selbst ein Jahr sozial sehr zurück gezogen mangelnds Freunde oder Bekannte, ohne Job, und einer unsicheren Wohnsituation mit Mobbingattacken vom Sohn der Vermieterin.

    "Geholfen" wurde mir damit, dass ich genötigt wurde die Hand zu geben, Blickkontakt zu halten, einen Seelenstripties hinzulegen und man gab mir den Rat, mich selbstständig zu machen. :m(::nerved: Unsinnigen Diagnosen und fraglichen Konfrontationsgruppentherapien noch oben drauf.

    Das alleine zu wuppen hat schon Zeit und Kraft gekostet, was ich von niemanden wieder bekomme, doch ich bin sehr stolz es geschafft zu haben. Das ist es auch, was mich so durch manch kleinere Krise trägt, die immer mal wieder vorbei schauen.

    Mein Weg muss nicht jedermanns/frau Weg sein, aber beharrlich zu bleiben, und offen für Möglichkeiten zu sein, mag ich jedem ans Herz legen. Leben ist ja bekanntlich nicht planbar, und doch läufts dann doch manchmal ganz gut nach Plan.

    In meinem Fall dann oft Plan B, C oder Y :d

  • Das alleine zu wuppen hat schon Zeit und Kraft gekostet, was ich von niemanden wieder bekomme, doch ich bin sehr stolz es geschafft zu haben. Das ist es auch, was mich so durch manch kleinere Krise trägt, die immer mal wieder vorbei schauen.

    Mein Weg muss nicht jedermanns/frau Weg sein, aber beharrlich zu bleiben, und offen für Möglichkeiten zu sein, mag ich jedem ans Herz legen. Leben ist ja bekanntlich nicht planbar, und doch läufts dann doch manchmal ganz gut nach Plan.

    In meinem Fall dann oft Plan B, C oder Y :d

    Ich selbst habe keine Erfahrung mit Psychiatrieaufenthalt.

    Mora: Auf mich und meinen Weg durchs Leben und Berufsleben zurückblickend finde ich das sehr zutreffend, was du beschreibst.

    Bei mir ist einerseits anscheinend mehr Resilienz und Stärke gewesen und hat sich entwickelt, als ich mir hätte vorstellen können.

    Andererseits denke ich immer wieder, das ich in Bezug auf Resilienz und Stärke immer wieder (RW) von der Hand in den Mund lebe und gelebt habe.
    Aber 😀 es hat auch zu einigem gereicht und wird es vermutlich auch weiterhin.

    Aus Gesprächen in der SHG ist mir klargeworden, das auch unpassende Psychotherapie traumatisierende Aspekte haben kann bzw. hat. Und in der Psychiatrie kann ich mir das umso mehr vorstellen.

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