Wiederholung der immer gleichen Musik/Filme/Videos/Texte usw.

  • Hallo, zusammen!

    Mir fällt immer wieder auf, dass ich gerne oft die gleiche Musik höre (also z.B. ein paar Lieder in Dauerschleife), den gleichen Film mehrmals ansehe, manche Videos so oft ansehe und auf jedes kleine Detail achte, Texte mehrmals lese und analysiere. Bei Musik spalte ich die Lieder dann oft in einzelne Instrumente auf, achte bei jedem Hören auf andere Details. Bei Filmen habe ich oft eine Lieblingsstelle, weswegen ich oft die Filme mehrmals sehe, um diese Stelle nochmals sehen zu können. Oder um Dialoge oder Kameraführungen zu analysieren, kleine Details finden.

    Kennt ihr das bei euch auch? Dass ihr Dinge sehr oft wiederholt und analysiert, bis ihr es gefühlt auswendig kennt? Es in alle Einzelteile zerlegt habt, bis ihr alles verstanden habt?

    Liebe Grüße.

  • Kenne ich gut. Es gibt Bücher, die habe ich schon 10 Mal und öfter gelesen. Und immer wieder entdecke ich Dinge, die ich 9x überlesen habe.

    Musik höre ich nur von The Fat Rat und wenn ich entsprechend drauf bin auch die ganzen 70km bis zur Arbeit das gleiche Lied ..

  • Kennt ihr das bei euch auch? Dass ihr Dinge sehr oft wiederholt

    Ja, das kenne ich sehr gut. Aber ich bin eher schlecht im analysieren von Musik, da ich kein tieferes Musikverständnis besitze, aber dennoch gern Musik höre. In den letzten zwei Jahren höre ich zu 95% eine Band und mir wird davon auch nicht langweilig, eventuell kann man das schon als Spezialinteresse zählen, da ich auch schon zwei Mal zum Konzert war und mich auch sonst viel mit der Band beschäftige.

    Filme schaue ich auch sehr häufig mehrmals und manchmal entdecke ich dann auch neue Details oder verstehe manche Passagen besser.

    Was ich oft zur Entspannung mache, dass ich Videos lausche, wo der Sprecher einen angenehmen Akzent oder eine ruhige/ monotone Sprechweise hat. Außerdem höre ich auch gerne einfach irgendwelche Flüstersachen, wie ASMR, was manche mögen und andere verfluchen, jeden Tag zum einschlafen.

  • Ja, aber nicht unbedigt um Analyse zu betreiben (wobei das durchaus auch vorkommt), sondern weil der Song einfach zu einem "Comfort Song" wird. Vllt ist das bei Musik weniger ein Punkt als bei einer Serie, die dann einfach im Hintergrund läuft und die ich gucken kann um abzuschalten, weil ich weiß was passiert und nicht die Aufregung hab durch die Unbekanntheit des Plots, die eine neue Serie hätte.

  • Serien schaue ich u.a. zu analytischen Zwecken immer mal wieder. Ansonsten höre ich aber auch ständig die selben Lieder, teils einzelne Liedpassagen, esse die selben Gerichte, trage die gleiche Kleidung etc.

  • So ähnlich. Filme und Serien gucke ich, wenn überhaupt, nur wegen des "Feeld Good"-Aspekts mehrfach. Es gab aber auch eine Phase, wo ich z.B. "American Idiot" von Green Day quasi in Dauerschleife gehört habe - aber nicht im eigentlichen Sinne zur Analyse, sondern weil ich es einfach cool fand.

    Bei (Rück-) Fragen oder Bezugnahme bitte zitieren oder mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. Wenn ich ein länger als drei Tage nicht reagiert habe, gerne nochmal wiederholen oder per PN anschreiben.

  • Es ist quas wie Stimming und wirkt als Reizbarriere. Weiter erleben wir im Gehirn durch die Wiederholung Ordnung. Man sollte also einen Autisten nicht fragen was er hört, liest oder ansieht, sonder wie oft.

    Mit P. Vermeule (Das prädiktive Gehirn - Absoultes Denken in einer relativen Welt) hatte ich dazu einen Austausch per Mail. Meiner Meinung nach wirken deshalb ANC Kopfhörer auf zwei Ebenen, die Abschottung von Reizen und die Wiederholung beruhigt.

    Persönlich habe ich keinen besonderen Bezug zu Musik, mag aber die Muster. Bei Bücher ist es etwas anders. Bücher waren meine erste große Liebe und das ist bis heute so. Einige Bücher lese ich seit der Kindheit jedes Jahr.

    Auf einigen Ebenen bin ich wohl auf der Entwicklungsstufe eines Kindes geblieben, auch kleine Kinder mögen Wiederholung und Eltern dürfen die selbe Gute Nachtgeschicht jeden Abend vorlesen.

  • auf einigen Ebenen bin ich wohl der Entwicklungsstufe eines Kindes geblieben, auch kleine Kinder mögen Wiederholung und Eltern dürfen die selbe Gute Nachtgeschicht jeden Abend vorlesen.

    Das erinnert mich daran, dass meine Oma mir eine Anekdote aus ihrer Jugend immer und immer wieder als Gute-Nacht-Geschichte erzählen musste und so lieb war, dies auch zu tun. Ich konnte es heute noch fast wörtlich nacherzählen.

  • Das ist ein interessantes Thema. Besonders bei Musik liebe ich die Wiederholung. Als ich im Alter von sechs Jahren bei meinem Großvater zu Besuch war, legte er mal eine Schallplatte mit Mozarts Klarinettenkonzert auf und das hat mich irgendwie so berührt, dass ich ihn so oft wie möglich besuchte damit er mir die Schallplatte auflegen konnte.
    Es gibt einige Stücke, die ich schon mein ganzes Leben lang höre und manche fast täglich.
    Ich analysiere Musik nicht und zerlege sie auch nicht in Einzelteile, wie du es machst.
    Bei Büchern lese ich manchmal einzelne Kapitel mehrmals.
    Wie Blauhimmel schon schrieb ist es wahrscheinlich ein Stimming.

  • Es gibt durchaus Serien oder Filme die ich gerne immer mal wieder sehe, Bücher die vom wiederholten lesen aus dem Leim gegangen sind und Musik, die ich immer wieder hören oder spielen kann.

    M.A.S.H. zum Beispiel. Oder Ben Aaronovich..Oder "Caravan" von Joscho Stephan und Tommy Emmanuel

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    Alle nachträglichen Textbearbeitungen sind dem Zwang geschuldet, daß ein Text fehlerfrei und lesbar sein muss.

  • Wenn ich Musik höre, höre ich stundenlang und manchmal auch wiederholt die nächsten Tage, ein Lied in Dauerschleife.

    Als Kind hörte ich Kinderschallplatten immer wieder von vorne, ich setzte die Nadel stets wieder auf den Anfang und Hörspielkassetten drehte ich stets wieder um. Das brauchte ich auch, um einschlafen zu können, mein Kinderplattenspieler war an meinem Kopf am Bett. Pumuckl zum Einschlafen, ich konnte jede Geschichte mitsprechen und die Geräusche, klar.

    Ein Musikstück in Dauerschleife macht viel in mir, bringt irgendwie eine ruhige Welle in meine Sensorik und beschwingt, ich mag das einfach (auch weil dann alles andere von außen abwesend ist). Aber meist höre ich lieber nichts, daher passiert das nicht allzuoft.
    Als ich in einer großen Stadt wohnte, konnte ich nur mit Musik auf den Ohren durch diese und hörte ein Lied für einen Tag oder mehrere Tage. Das gab mir auch etwas "Standfestigkeit" im Stadtgewusel und -durcheinander.

  • Kennt ihr das bei euch auch?

    Ja.

    Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.

  • Mir geht das eigentlich nur mit Musik so, dass ich da ein bestimmtes Lied immer wieder oder bestimmte Playlists bei bestimmten Handlungsabläufe wie bspw. Sport, bestimmte Laufwege oder was auch immer, in Dauerschleife höre (da kann ich dann auch nicht einfach an eine andere Stelle oder wie mein Partner die Playlist im Zufallmodus ablaufen lassen …höchstens bei bestimmten Liedern „hängenbleiben“, bevor ich mir die Playlist ggf. weiter anhöre).

    Bücher (Romane/Geschichten) lese ich aber selten nochmal. Bei Fachbücher, Autobiografien oder ähnliches höchstens nur einzelne Passagen/Kapitel, die mich besonders interessieren oder die ich nochmal brauche. Deswegen hebe ich eher nur letztere auf, die anderen brauche ich auch nicht nochmal (ganz wenige schafften es da in meine Sammlung …habe mich mittlerweile aber nach einigen Ausmistaktionen von den meistens Büchern, die ich mal aufbewahrt hatte, getrennt).
    Es gibt auch nicht ganz so viele Filme die ich nochmal schauen mag, da muss dann meistens schon einige Zeit dazwischen liegen.

    Bei Serien oder auch „Talkshows“, Videos auf YouTube oder Ähnlichen sich wiederholende/weiterführende Formate, ist das eigentlich immer Phasenweise so, das ich eine ganz bestimmte schauen mag, die ich dann auch durchgängig, also als tägliches Ritual schaue und dann läuft halt auch sonst nichts anderes als nur diese Serie, bis ich mit alle Staffeln/Folgen fertig bin oder bei Formate, die keinen Abschluss haben, dann eben so lange, bis ich irgendwann doch das Interesse verliere bzw. etwas andres brauche (aber auch da gibt es jetzt nicht so viele, die ich mit etwas Abstand wiederholt „suchte“).

    Bei mir ist es aber auch so, dass mir das dann irgendwann auch auf die Nerven gehen kann, wenn ich eigentlich etwas Neues bzw. Anderes bräuchte bzw. hören/sehen/essen/machen wollen würde, ich dann aber aus der bisherigen Routine irgendwie keinen Ausstieg finden kann oder „darf“ (?) …(da „beißen“ sich bei mir dann wohl das ADS und der Autismus immer wieder mal, das kann dann leider Phasenweise auch ziemlich anstrengend sein/werden).

    Das was ich immer wieder auseinander nehme und ständig neu bewerte und analysiere, von allen „Blickwinkeln“ aus „betrachte“, sind dann meistens bestimmte Passagen, Geschehnissen oder einfach nur meine eigenen Gedanken zu etwas, die mir unaufhörlich und wiederholt im Kopf herumschwirren (weil ich vielleicht gerade etwas bestimmtes gelesen, gehört, gesehen habe und dann etwas wissen/herausfinden mag …das betrifft vor allem auch soziale Gegebenheiten/Interaktionen/menschliche Verhaltensweisen etc. …da dann sowohl oft im Vorfeld zu bestimmten Interaktionen, obwohl das tatsächlich etwas weniger geworden ist, aber dafür um so mehr im Nachgang, findet dann das unaufhörliche analysieren statt).

    Edited 14 times, last by Celia75 (July 8, 2024 at 6:35 AM).

  • Mir geht es mit Filmen und Musik auch so. Mein Umfeld ist teilweise genervt und ein Schon wieder das? Kommentar nicht ungewöhnlich. Aber sie lassen mich machen.

  • Ich hatte das früher auch, daß ich ewig die gleichen Filme geschaut, und die gleichen Lieder hörte, beides auch mehrmals hintereinander. Ursachen bei mir; mangelnde Kreativität, meine Zeit sinnvoll zu gestalten, und früher gab es noch kein Internet, YouTube oder Wikipedia.

  • Ich höre fast täglich immer wieder dieselben ruhigen Songs, das ist einfach entspannend. Ständig wechselnde Musik macht mich eher unruhig.

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    Glaub nicht alles, was du denkst.
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  • Kenne ich sehr gut : ) Meine Lieblingsserien habe ich alle in Endlosschleifen geschaut und meine Lieblingsbücher kenne ich im Grunde auswendig. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, höre ich immer dieselben Videoessays, die ich mittlerweile schon mit sprechen kann (aber natürlich nicht tue, wenn ich in Bus oder Bahn sitze, würde sehr komisch wirken).

    Mir ist aufgefallen, je stressiger eine Situation ist ( mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren ist immer ziemlich stressig), desto mehr neige ich dazu, mir Videoessays anzuhören, die ich bereits kenne, und nicht irgendwelche neuen Essays. Dasselbe wiederholt sich bei neuer Arbeit, Umzug und anderen großen Veränderungen, da wird mein Bedürfnis nach Routinen, wahrscheinlich als Ausgleich, wieder sehr stark.

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