Wie geht man mit Leuten um, die nur über ihre Probleme jammern?

  • Guten Tag zusammen

    Sehr provokanter Titel muss ich zugeben, aber bei mir gibt es keine "Flower Language". Da seid ihr bei mir an der falschen Adresse.

    [Titel abgeändert durch Schwarze Katze ]

    Da meine Kids und ich selbst von ADHS betroffen sind, bin ich in einer SHG für ADHS.

    Ich kann absolut nachvollziehen, dass man sich wünscht ein normales Familienleben zu haben wie alle anderen auch. Besonders wenn die Kinder eine Förderschule besuchen, dann hat man Angst um die Zukunft des Kindes.

    Was viele Eltern nicht wissen, dass man über den 2. Bildungsweg einen Schulabschluss mit einer beruflichen Teilqualifikation erwerben kann. Selbst die Leute vom Jobcenter geben kaum bis gar keine Auskunft über die Bildungsangebote vom 2. Bildungsweg. Ich erlebe es leider oft, dass auch über Berufskollegs bzw. Berufsfachschulen erzählt wird, dass dort nur Asoziale und Bildingsversager hingehen. Heutzutage ist das zum Glück nicht mehr so extrem, aber zu meiner Zeit galt man als schlechtes Beispiel wenn man ein Berufskolleg besuchte.

    Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo man dem einen oder anderen klarmachen muss, dass das ganze Gejammer einen nur ziemlich auf den Sack geht.x(

    Da sitzen zum Teil Mütter, die nichts Besseres zu tun haben außer darüber herum zu heulen wie Schlimm das Leben mit ADHS ist.

    Ich habe das meinen Therapeuten erzählt und er sagte mir, dass Menschen, die nur jammern keine Lösung wollen, sondern nur Aufmerksamkeit und die Energie der anderen anzapfen wollen. Er sagte auch, dass man überfordert sein darf, doch wer es sich in der Opferrolle zu bequem macht läuft Gefahr irgendwann selbst zum Täter zu werden durch die ununterbrochen Verzweiflung.

    Als ich mit meinem Kids total überfordert war, da gab er mir die Hausaufgabe, dass ich mir Gedanken darüber mache, was mich jetzt gerade überfordert und in welcher Situation es richtig triggert. Alles sollte ich mir aufschreiben und Ideen sammeln wie man die Situation lösen könnte und ob es sich im Alltag realisieren läßt.

    Anfangs war ich auch skeptisch und hatte keine Ideen, aber je mehr ich mich damit befasste, was genau mich überfordert desto mehr Ideen bekam ich. Nicht alle waren umsetzbar, aber einige.

    Zum Beispiel hat es mir geholfen mich stets daran zu erinnern, was ich ohne Medikamente und ohne Therapie geschafft habe. Meine Kids können viel mehr als ich in deren Alter.

    Früher konnte ich mir nichts merken, besonders den Stundenplan nicht. Ich habe meine Hausaufgaben auf den letzten Drücker gemacht. Ich konnte bis zu meinem 15. Lebensjahr nicht ein Wort Englisch, weil die Schule es auch nicht anbot. Zu meiner Zeit war man der Auffassung, dass es sinnlos wäre Kindern mit Behinderung eine Fremdsprache zu lehren, da wir doch alle eh in die Werkstatt kommen.

    Meine Eltern sind zwar Akademiker und finanziell hat es mir an nicht gefehlt. Wahrscheinlich wird jetzt der Gedanke kommen, dass ich ein verwöhntes Gör bin, dass noch nie richtig arbeiten musste, aber ich habe auch jahrelang in Armut gelebt als ich mit 19 von Zuhause ausgezogen bin, da mein Vater die Unterhaltszahlungen stets hinaus gezögert hat.

    Es gab Tage, da musste ich mit 10€ pro Woche auskommen. Ich bin bei meinen Mann eingezogen. Alle haben auf ihn eingeredet, dass er mich nicht einziehen lassen darf, sonst muss er für mich aufkommen, was überhaupt nicht wahr war.

    Ich mache erstmal Schluss an dieser Stelle, sonst wird es zu lang.:d

    Edited once, last by Schwarze Katze: Titeländerung ergänzt. (June 23, 2024 at 12:56 PM).

  • Ich habe das meinen Therapeuten erzählt und er sagte mir, dass Menschen, die nur jammern keine Lösung wollen, sondern nur Aufmerksamkeit und die Energie der anderen anzapfen wollen. Er sagte auch, dass man überfordert sein darf, doch wer es sich in der Opferrolle zu bequem macht läuft Gefahr irgendwann selbst zum Täter zu werden durch die ununterbrochen Verzweiflung.

    Da ist wirklich was dran. Ich hab damit auch öfter mal zu tun und raufe mir regelmäßig die Haare und frage mich wie man so sein kann.

    Ich jammer auch mal rum aber dann gehts auch wieder. ( Gott sei Dank!)

    Andere scheinen darin aber eher auf zu gehen und wollen gar nix mehr anderes.

    "Sie kriegen alles, was sie wollen, O"Neil, es fragt sich nur, ob Sie das auch wollen, was Sie kriegen." aus die Akte Jane.

  • Da ist wirklich was dran. Ich hab damit auch öfter mal zu tun und raufe mir regelmäßig die Haare und frage mich wie man so sein kann.

    Ich jammer auch mal rum aber dann gehts auch wieder. ( Gott sei Dank!)

    Andere scheinen darin aber eher auf zu gehen und wollen gar nix mehr anderes.

    Es ist auch sehr anstrengend solchen Leuten stets zuhören zu müssen. Da habe ich sogar Heulattacken bekommen, weil es mich total reizüberflutet hat. :m(:

  • Es ist auch sehr anstrengend solchen Leuten stets zuhören zu müssen. Da habe ich sogar Heulattacken bekommen, weil es mich total reizüberflutet hat.

    Kenne ich alles .. bei mir isses in Krach ausgeartet / und oder Heulkrampf.

    Der anderen Person ist das aber meist egal (?) ... zumindest habe ich das Gefühl.

    "Sie kriegen alles, was sie wollen, O"Neil, es fragt sich nur, ob Sie das auch wollen, was Sie kriegen." aus die Akte Jane.

  • Ich habe den Kontakt abgebrochen zu vielen Leuten die jammern da diese eben nur nehmen und nicht geben wollen. Dabei wurde ich therapeutisch unterstützt denn ich dachte zu Anfang ich müsse mehr Empathie zeigen damit die Leute aufhören, was aber nicht so ist.

  • Ich habe das meinen Therapeuten erzählt und er sagte mir, dass Menschen, die nur jammern keine Lösung wollen, sondern nur Aufmerksamkeit und die Energie der anderen anzapfen wollen.

    Also wenn man nur jammert ohne an einer Lösung interessiert zu sein, ja das kommt mir dann auch so vor. Dass jemand vielleicht einfach nur Beachtung möchte, Mitleid, etc.

    Ich beklage mich auch wenn etwas negatives war, bin aber sehr froh und begeistert wenn jemand darauf eingeht wo bspw. Lösungsvorschläge oder Ratschläge als Antwort gibt. Dadurch fühle ich mich beachtet und verstanden, und mir geht es auch besser dadurch wenn ich einen Lönsungsvorschlag bekomme. Eine Lösung ist doch viel sinnvoller als ewig nur zu jammern, weil sich durch eine Lösung die Situation bessern kann und rein durch das jammern ändert sich nichts.

    dass das ganze Gejammer einen nur ziemlich auf den Sack geht.

    Es gibt auch sagen wir mal psychische Normabweichungen, bei welchen so ein Verhalten vorkommt. Die histrionische Persönlichkeitsstörung beinhaltet bspw. dramatisch-theatralisches Verhalten, Streben nach Beachtung und übertriebene Emotionalität. Das soll keine Fernanalyse sein, ich möchte darauf hinaus dass da draußen einfach auch einige Menschen herumlaufen deren Verhalten eben ggf. nicht gesund ist. Gibt auch was das nennt sich Calimero-Syndrom, vielleicht geht es ja in diese Richtung.

    Bei deiner Beschreibung musste ich daran denken:

    cat.png

  • Fussel

    Das Bild passt sehr gut 👍.


    Ich habe den Kontakt abgebrochen zu vielen Leuten die jammern da diese eben nur nehmen und nicht geben wollen. Dabei wurde ich therapeutisch unterstützt denn ich dachte zu Anfang ich müsse mehr Empathie zeigen damit die Leute aufhören, was aber nicht so ist.

    Ich habe auch Kontakte abgebrochen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Besonders zu meinen Eltern.

    Edited once, last by Draconar: Ein Beitrag von Draconar mit diesem Beitrag zusammengefügt. (June 22, 2024 at 9:48 PM).

  • Fussel

    Nicht nur dein Avatarbild ist einen zweiten Hingucker wert:d

    Auch die Bebilderung des "only focus on the problem...." ist einsame Spitze! :thumbup::thumbup:

    Draconar

    Dein Therapeut hat es geschafft, dich selber zu einer Lösung deiner (sicher immensen!) Probleme zu motivieren, das ist super!

    Versuch und Irrtum sind dabei erlaubt. Man kann ja auch aus Fehlern lernen. Zum Beispiel künftig die Zeit im Beisein von EnergieräuberInnen anderweitig einzusetzen. Es gibt -bei allem berechtigten Jammer- ja auch nette, manchmal sogar empathische Menschen. Anderswo. :twisted:

    Da ich menschliches Verhalten nur bedingt "lesen" kann, brauche ich manchmal ziemlich viel Zeit, um zu begreifen, mit wem ich es zu tun habe....aber das ist wohl bei vielen so.

    Was mich aber enorm stört, ist folgende Situation: Beantrage ich irgendwelche sozialen Leistungen und muss dafür von den "Defiziten" meiner Kinder berichten (es sind ja nur andere Bedürfnisse!), dann werde ich von dummen Leuten schnell in diese Ecke gestellt, wo die ewig Jammernden sonst stehen (RW). Und da komme ich nicht so rasch wieder 'raus.:nerved:

    Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")

  • Draconar Ich sehe hier jetzt weder eine Frage oder ein Problem, zu dem du Lösungen suchst, noch, dass du selbst eine Lösungsstrategie für etwas mitteilst. Es liest sich eher wie eine Mischung aus Vorstellung und "Frust ablassen". Dazu ist dieses Unterforum nicht gedacht. Wenn du nur allgemein Gedanken und Erlebnisse berichten willst, dann kannst du das als Tagebuch-Thema im Bereich "Vorstellungen und Verabschiedungen" machen. Ggf. kann ich dieses Thema auch dahin verschieben und umbenennen.

    Moderatorenbeiträge sind an der grünen und fetten Schrift erkennbar! Alles andere stellt meine persönliche Meinung als Forennutzerin dar.

  • Quote


    Das schwierige ist, die Jammerer von denen die Hilfe oder Rat suchen und aus Überforderung erzählen, zu unterscheiden.


    2/3 Meiner Kinder (3) sind autistisch mit mittelschwerer ADHS, das mittlere Kind ist grade in Diagnostik, wegen akuter Angstzustände, Schulangst, Komzentrationsproblemen, vermutlich geht es da auch in Richtung ADS (ohne Autismus).


    Ich selbst bin Autistin, mein Mann ADHSler ohne Diagnose, er hat ne Arztphobie, da wird es nie eine Diagnose geben, obwohl er sie bräuchte.


    Unser Alltah ist manchmal unmöglich anstrengend. Mit Fremden rede ich da garnicht drüber. Ich war nie eine der Mütter, die auf dem Spielplatz herumjammern.


    Ich finde meine Kinder sehr toll, genau wie sie sind. Es ist manches anstrengend, oft weine ich abends vor Erschöpfung, habe leider auch immer wieder Meltdowns. Aber dennoch sind mir meine Kinder 1000 mal lieber als ein „langweiliges Durchschnittskund“. Meine Kinder haben Defizite aber sie sind auch sehr begabt und haben große Stärken, ich bin sehr stolz auf sie.

    Ich bin sicher, so schwer die bilde Schulzeit auch ist, sie werden ihren Weg gehen, vielleicht mit lebenslanger Unterstützung, vielleicht wird es nicht immer leicht. Aber auch NT-Kinder können Probleme machen oder haben.

    Ich bedaure Eltern (und ihre Kinder), die aufgrund ihrer defizitären Einstellung zu ihren Kimdern, verpassen wie toll ihre Kinder sind und ihren Kindern das Gefühl vermitteln, sie seien falsch. Nicht nur, dass ihre Kinder dadurch einen „Knacks“ bekommen, es schadet ja auch ihnen selbst, der Beziehung zu ihren Kindern…

    Da ich sehr oft vom Smartphone aus schreiben muss, gelingt es mir manchmal aus Zeitgründen nicht alle Tippfehler zu sehen und zu korrigieren, auch wenn es mich beim späteren nachlesen sofort sehr stört, dann aber nicht mehr zu korrigieren sind.

  • Wie geht ihr mit Menschen um, die stets jammern, aber keine Vorschläge annehmen?

    Für mich ist das eine schwierige Sache, da hier aus meiner Sicht unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander treffen. Dass die Person jammert ist ja in dem Moment eben ihr Bedürfnis; Lösungen anzubieten wäre mein Bedürfnis aber wenn die Person das eben gar nicht möchte, dann wird man sich nicht einig. Ich sehe es aber auch nicht so, dass es dabei ein richtig oder falsch gibt (also weder dass nur jammern falsch ist bzw. nicht, dass Lösungsvorschläge immer die richtige Reaktion wären)

    Wenn man selbst die nötige Kraft und Abgrenzungsfähigkeit hat, kann man auch der Person mit ihrem Gejammer einfach zuhören. Es ist aber auch niemand dazu verpflichtet, der das nicht möchte oder den es stört. Wenn einen das Gejammer nur nervt oder belastet ist es aus meiner Sicht genau so in Ordnung von der Person auf Abstand zu gehen.

    Menschen die andere zujammern sollten, aus meiner Sicht, auch berücksichtigen wann und wo sie das machen. Es einfach zu machen wie es ihnen passt fände ich rücksichtslos. Man kann sich auch Möglichkeiten zum jammern suchen (Foren, Gruppen, etc.) wo es in Ordnung ist und die zuhörenden Leute auch nicht stört. Und wenn jammernde nicht auf andere Rücksicht nehmen und es einem zu viel ist, kann man das denke ich notfalls auch mitteilen, das man kein Interesse/Kapazität/etc. hat sich das anzuhören.

  • Da sitzen zum Teil Mütter, die nichts Besseres zu tun haben außer darüber herum zu heulen wie Schlimm das Leben mit ADHS ist.

    Vielleicht jammern sie da aber auch, weil sie das sonst nirgends können und die SHG für sie die einzige Möglichkeit ist, ihren Frust mal so ordentlich rauszulassen? Wenn man den Frust immer nur runterschluckt und nie loswerden kann, wird man irgendwann auch blind für Lösungen, weil man das Gefühl hat, dass einen alles erdrückt und erstickt. Irgendwann fehlt einem dann einfach die Kraft, um weiterzukommen. So, als würde man blind durch ein Labyrinth irren und andere sagen einem, man müsste doch nur da drüben abbiegen, um rauszukommen. Man sieht das "da drüben" gar nicht.

    Wie geht ihr mit Menschen um, die stets jammern, aber keine Vorschläge annehmen?

    Kommt drauf an. Wenn ich weiss, dass die Person zum Beispiel nur in der SHG jammert und da keine Ratschläge sondern eben nur Frust ablassen will, ansonsten aber ihren Weg geht, dann ist das für mich völlig okay. Ich brauchte das früher auch oft, dass ich einfach nur mal rumjammern und meinen ganzen Frust rauslassen musste, weil ich sonst irgendwann "kein Land mehr sehen konnte". War ich meinen Frust los, konnte ich auch wieder Lösungen angehen. Das waren dann auch oft Lösungen, die man mir während meiner Jammerei vorgeschlagen und die ich in dem Moment abgelehnt hatte. Wenn jemand aber nur rumjammert, kategorisch sämtliche Lösungen ablehnt und sich immer nur im Kreis dreht (jemand also den sprichwörtlichen Rücken gewaschen haben will, ohne dass man ihn dabei nassmachen darf), dann bin ich raus. Solchen Menschen kann ich nicht helfen. Die kosten nur Energie und davon hab ich nur begrenzt welche, die ich aber in erster Linie für meinen Alltag brauch.

  • Wie geht ihr mit Menschen um, die stets jammern, aber keine Vorschläge annehmen?

    Mir hat mal wer gesagt, wer jammert hat noch Kraft dazu.

    Da ist wohl was dran. Und es liegt wohl an jedem selbst rauszufinden, worein er seine Kraft stecken mag.

    Wie ich mit nicht umgesetzten Vorschlägen umgehe ist unterschiedlich.

    Ungefragt gebe ich nach Möglichkeit gar keinen Lösungsvorschlag.

    Wenn jemand nach Lösungen fragt gebe ich ggfs. weiter, was mir sinnvoll erscheint.

    Wenn wer gar nichts umzusetzen versucht und nur jammert ziehe ich mich zurück, dann braucht derjenige es vielleicht gerade sein Elend zu spüren, ich möchte aber nicht die Rolle eines Dauer Seelen Mülleimers spielen (RW).

  • Na gut, hier meine Frage.

    Wie geht ihr mit Menschen um, die stets jammern, aber keine Vorschläge annehmen?

    Es kommt sich bei mir immer drauf an, in welchem Kontext dies geschieht. Ist es eine Person, die man näher kennt, die sich wirklich gerade in einer Lebenskrise befindet und Hilfe braucht? Hilfe kann ja einfach "nur" zuhören sein, und der andere fühlt sich erleichtert, oder z.B. zusammen mit jemandem konkrete Lösungswege zu erarbeiten. Schlussendlich muss jedoch jeder seine eigenen Probleme selbst bewältigen, man kann Hilfe anbieten, verantwortlich ist jeder Erwachsene für sein eigenes Leben und muss Lösungen finden und umsetzen. Dann finde ich Hilfe anbieten absolut legitim. Worüber man sich besser nicht ärgern sollte ist, wenn man Ratschläge gibt, vlt. auch über einen längeren Zeitraum und sich wirklich Mühe gibt, und die Ratschläge nicht angenommen werden. Jeder hat nunmal die Verantwortung für sein eigenes Leben, den meisten ist das wenn nicht bewusst zumindest unterbewusst auch klar. Und oftmals brauchen viele, wenn sie jammern, nur ein offenes Ohr/eine Umarmung und eine Bestätigung, dass sie es gerade schwer haben im Leben. Aber man fühlt sich in so einer Situation oft zu mehr verpflichtet und bietet Ratschläge an, wo vlt. gar keine benötigt werden.

    In einem Kontext wie hier in diesem Forum finde ich es vollkommen ok, wenn viel gejammert wird. Man ist nicht gezwungen, zu antworten, kann Threads auch ausblenden, und es gibt bestimmt einige hier, die in einer mehr oder minder starken Lebenskrise sind, wenn sie sich hier anmelden, und für die solch ein Forum ein gutes Mittel zur Kommunikation mit der Aussenwelt und auch eine Lebenshilfe darstellt. So können sie sich ihren Frust mal (relativ unverbindlich) von der Seele schreiben.

    Wenn es in stetes Jammern im Freundes- und Bekanntenkreis ausartet, kann es oft energieraubend werden und man sollte sich meiner Meinung nach nicht dazu verpflichtet fühlen, für jemanden über einen längeren Zeitraum der "emotionale Mülleimer" zu sein.

    Those who can make you believe absurdities, can make you commit atrocities.

    Edited 3 times, last by Ouroboros (June 23, 2024 at 11:48 AM).

  • Das finde ich eine sehr spannende Frage. Ich lerne gerade darüber, dass sich Autist:innen besonders leicht "ausnutzen" lassen, weil sie sich sozial unsicher sind und tendenziell auch über ihre eigenen Grenzen gehen. Ich habe tatsächlich eine ganze Historie von Freundschaften, die mich nur als emotionalen "Mülleimer" verwendet haben. Ich glaube wichtig ist es zu unterscheiden, in welcher Situation man da gerade ist. Ist es eine Freundschaft, die von Geben und Nehmen geprägt ist, wo jeder Mal jammert und der jeweils andere da ist, oder ist man selbst immer derjenige, der zurück steckt und dem anderen zur Verfügung steht?

    Letzteres möchte ich für mich nicht mehr haben, diese Art von "Freundschaft" tut mir nicht gut.

  • In einem Kontext wie hier in diesem Forum finde ich es vollkommen ok, wenn viel gejammert wird. Man ist nicht gezwungen, zu antworten, kann Threads auch ausblenden, und es gibt bestimmt einige hier, die in einer mehr oder minder starken Lebenskrise sind, wenn sie sich hier anmelden, und für die solch ein Forum ein gutes Mittel zur Kommunikation mit der Aussenwelt und auch eine Lebenshilfe darstellt.

    Ja, hier gibt es ja sogar die Funktion entweder im eigenen Threads oder z.B. in dementsprechenden Spielwiese Threads einfach mal abzujammern.

    Das ist der Vorteil einer Forenstruktur mit Regeln.

    Für sich alleine kann man es in Schriftform tun, ohne dass jemand zuhören muss (aber das ist wohl eher die Abteilung "Selbsthilfe" bei Jammerbedürfnis).

  • eine ganze Historie von Freundschaften, die mich nur als emotionalen "Mülleimer" verwendet haben.

    Da finde ich mich auch wieder. Lerne immer noch, mich abzugrenzen, bzw. erst mal erkennen lernen, ob man als Seelenmülleimer missbraucht wird.

  • Ja, hier gibt es ja sogar die Funktion entweder im eigenen Threads oder z.B. in dementsprechenden Spielwiese Threads einfach mal abzujammern.

    Das ist der Vorteil einer Forenstruktur mit Regeln.

    Für sich alleine kann man es in Schriftform tun, ohne dass jemand zuhören muss (aber das ist wohl eher die Abteilung "Selbsthilfe" bei Jammerbedürfnis).

    Ja genau. Schon bei dem "Worüber hast Du dich heute gefreut/gewundert/geärgert"-Thread kann man ja sehr gut unter anderem seinen Frust ablassen. Und er erinnert einen immer daran, dass es eigentlich auch jeden Tag etwas zum drüber freuen gibt :nod:.

    Those who can make you believe absurdities, can make you commit atrocities.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!