• Aspergillus5.1 es wirkt wirklich sehr "rund", was Du Dir dort zusammen mit der Einrichtung und den Bewohnern aufbauen konntest.

    1. Ist aber auch nur möglich, weil ich in meiner Arbeit sehr gut bin .
    2. Viele Berufe und Talente mitbringe die man dort sinnvoll einsetzen kann.
    3. Mir meine Chefs absolut freie Hand lassen (weil's sich bewährt hat).
    4. Und am wichtigsten: weil das die erste Arbeitsstelle war bei der ich mich getraute, mich schon beim Bewerbungsgespräch als Verdachtsautist zu outen.

    Das war vor 5 Jahren und so lange war ich noch nie bei einem Arbeitgeber. Das Coming-out als neurodivergenter Mensch ermöglichte einen viel offeneren Umgang miteinander und ließ Verständnis und Vertrauen wachsen.

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    Alle nachträglichen Textbearbeitungen sind dem Zwang geschuldet, daß ein Text fehlerfrei und lesbar sein muss.

  • Aspergillus5.1

    Es klingt für mich so, dass Du Dir selber bei der Arbeit nicht im Weg stehst bzw. mit Dir diesbezüglich im Fluss bist (RW) und zudem die Einrichtung, Arbeitskollegen und die Bewohner (doch mit denen klappt es eh meist am besten meiner Erfahrung nach) das, was Du mit- und einbringst gut aufgreifen, annehmen und integrieren können.

    War das eine Initiativbewerbung Deinerseits?

    Falls nein, wie war die Stellenausschreibung, falls Du das hier mitteilen magst?

    Edited once, last by ifi (July 7, 2024 at 3:16 PM).

  • ifi Eine Tagespflege wie in Aspergillus5.1Fall bietet auch nochmal ein ganz anderes Umfeld zum Arbeiten als stationäre Pflegeeinrichtungen. Deine Beschreibung klingt eher nach klassischem stationärem Setting.

    Es war eine Seniorenresidenz, die eigenständiges Wohnen bis hin zur Vollzeitpflege anbot.

    Einerseits konnte ich da auch eigenständig Angebote organisieren, doch war alles sehr eingebunden in den doch ziemlich engen Alltag der Einrichtung. Und ich war insgesamt eher am Ende schon nervlich, die Arbeit eine Alternative zu einer vorheigen in einer Wohngruppe im Schichtdienst, die mich schon an den Rand meiner Kräfte gebracht hatte.

  • Ist Arbeit für euch anstrengend, z.B., weil ihr viel maskiert oder mit Menschen zu tun habt und u.a. Smalltalk halten müsst?

    Ruhe und Freiheit sind die größten Güter. (Beethoven)

  • Ich habe eine 3/4 Stelle, aber habe immer den Eindruck, die Arbeit mehr schlecht als recht zu machen, weil ich überlastet bin. Ständig hänge ich mit den Proben hinterher (Ich arbeite in einem Analytik-Labor)

    Ich bin noch dabei, herauszufinden, was so stressig ist, viel mit anderen kommunizieren muss ich nämlich gar nicht, daran liegt es nicht.

    "The humanity we all share is more important than the mental illnesses we may not" - Elyn Saks

  • Wenn man etwas übt aufmerksam zu sein, kann man erkennen, was einen viel Energie kostet. In dem Prozess bin ich auch gerade.

    Ohne Diagnose (und Idee, wo ich suchen muss) hätte ich das wahrscheinlich nie herausgefunden, weil ich gar nicht in Erwägung gezogen hätte, dass mich Dinge belasten könnten, die allen anderen so offensichtlich leicht fallen.

    Ruhe und Freiheit sind die größten Güter. (Beethoven)

  • War das eine Initiativbewerbung Deinerseits?

    Falls nein, wie war die Stellenausschreibung, falls Du das hier mitteilen magst?

    Ich hatte mich einst im Jahre 2019 noch während meiner Arbeit (Probezeit als Heilerziehungspflegehelfer) für die Lebenshilfe, wegen des dortigen manipulativen Führungsstils bei verschiedenen anderen Arbeitgebern beworben. Die Adressen hatte ich mir über die Arbeitsagentur besorgt.

    Als ich die Arbeit bei der Lebenshilfe dann tatsächlich beendete, da mein Vorgesetzter mich unter Druck zu setzen versuchte und persönliche Spitzeldienste gegen Kollegen und besonderen Einsatz verlangte damit ich die Probezeit bestünde... Brachte sich der damalige Geschäftsführer der privaten Tagespflege bei welcher ich mich beworben hatte hartnäckig in Erinnerung, da er ob meiner Bewerbung sehr interessiert war.

    Ich schilderte ihm beim folgenden Bewerbungsgespräch wie ich mir meine Arbeit vorstellen würde, was er von mir erwarten könne, auf welchen Bedingungen ich bestehe (nur eigene Aktivierungsmaterialien, eigenes Regal im Lager, etc.) und schließlich auch welche Handicaps ich mitbringe (Autismusverdacht, Suchtvergangenheit und Klinefeltersyndrom).

    Er war einverstanden, wir vereinbarten dass zu meiner Arbeit als Betreuungskraft/Pflegehilfskraft auch noch die Arbeit als Gärtner hinzukäme wo ich nach Bedarf Überstunden machen dürfe und zack hatte ich den Job.

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    Alle nachträglichen Textbearbeitungen sind dem Zwang geschuldet, daß ein Text fehlerfrei und lesbar sein muss.

    Edited 2 times, last by Aspergillus5.1 (July 7, 2024 at 7:05 PM).

  • Ständig hänge ich mit den Proben hinterher (Ich arbeite in einem Analytik-Labor)

    Hallo Cranach hat sich an der Bearbeitungszeit etwas geändert?

    Ich hatte früher im Labor 5 Tage, dann wurde das auf 3 Tage gekürzt u ich kam nicht mehr mit. Im Analytiklabor zuletzt wars 1 Tag, das hab ich gar nicht mehr geschafft. Zu wenig Pause, zuviele Kollegen, kein eigener Schreibplatz mehr.

  • Hallo Cranach hat sich an der Bearbeitungszeit etwas geändert?

    Ich hatte früher im Labor 5 Tage, dann wurde das auf 3 Tage gekürzt u ich kam nicht mehr mit. Im Analytiklabor zuletzt wars 1 Tag, das hab ich gar nicht mehr geschafft. Zu wenig Pause, zuviele Kollegen, kein eigener Schreibplatz mehr.

    Es gibt zwar "Rush"-Proben, die sind aber nicht mehr geworden als früher. Die regulären Standard-Bearbeitungszeiten sind auch gleich geblieben. Aber ich habe den Eindruck, es sind mehr Proben insgesamt geworden.

    "The humanity we all share is more important than the mental illnesses we may not" - Elyn Saks

  • Aber ich habe den Eindruck, es sind mehr Proben insgesamt geworden.

    Ja, daran kann ich mich auch erinnern, 150% Steigerung, bei einem Personalschlüssel von ursprünglich 5 Leuten auf 2.5 :m(:.

    Und das bereits in der Forschung, QS war nochmal härter für mich.

    Hab noch versucht im öffentl. Dienst (Wasseranalytik) unter zu kommen, aber die wollten mich auch nach 3 Anläufen nicht haben. Trotz mit Schwebi kam ich nicht rein, oder gerade deshalb.

    Ich vermiss meine Arbeit, aber diesen Anforderungen kann ich nicht mehr bieten :(

    Jetzt auch öffentlicher Dienst, ich sortiere Papier von A nach B:m(:.

  • Hi, ich fange zum 1. August eine Stelle in einer Kanzlei in Bonn-Beuel an. Die Leute sind nett und die haben wohl bei mir ein fotografisches Gedächtnis erkannt. Und zwar ist es so, dass ich einige Sachen versenden konnte, obwohl ich zuvor nie damit gearbeitet hatte und sonst immer nur daneben stand. Die Leute waren erstaunt, dass ich wohl eine schnelle Auffassungsgabe habe, was mir in meinem Ausbildungszeugnis auch bescheinigt wurde.

    Auch hat man erkannt, dass ich technikaffin bin und mir derartige Sachen einmal angucke, einmal unter Anleitung mache und dann klappt's. Jetzt muss nur noch die Routine rein und dann geht es.

  • Glückwunsch zum neuen Job MarcelS1996

    Und einen guten Start wünsche ich dir.

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    Glaub nicht alles, was du denkst.
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  • Gehst du denn bei Bewerbungen mit deiner Diagnose (falls du eine hast) offen um? Wenn es schwer ist, eine Stelle zu finden, wäre das vielleicht eine Möglichkeit, doch noch was zu finden, denn dann weiß jeder Arbeitgeber, wie er Auffälligkeiten einordnen muss und kann sich darauf einstellen. Natürlich werden ein paar Arbeitgeber dich dann nicht einladen, aber die, die übrig bleiben, sind offener.

    Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
    (Howard Zinn)

  • Ich bin Arbeit. Für die Therapeuten!

    Es gibt Menschen, die schwimmen immer mit dem Strom. Andere schwimmen oft gegen den Strom. Und ich finde den verdammten Fluss nicht!

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