Seid ihr in Arbeit?

  • Seit ihr in Arbeit oder Arbeitslos ? 125

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    Wir Autisten haben es damit Arbeit zu finden und zu behalten ja besonders schwer, wie ich erst gestern nach einem offensichtlich gescheiterten Vorstellungsgespräch mal wieder am eigenen Leib erfahren musste.

    Mich interessiert es deshalb, wie es bei euch aussieht.

    Vielen Dank an die Teilnehmer!

  • Schwarze Katze June 21, 2024 at 9:36 PM

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  • Arbeitslos , anfangs nach der Ausbildung mit großen Murren, mittlerweile freiwillig weil ich einfach kürzer treten musste.

    Finanziell isses alles andere als rosig und manchmal echt beschissen aber ich bin dankbar, dass ich ein Dach überm Kopf hab, was zu essen, genug Klamotten etc.pp. + ich kann mir meinen Sportverein gerade so leisten weil der preiswert ist.

    "Sie kriegen alles, was sie wollen, O"Neil, es fragt sich nur, ob Sie das auch wollen, was Sie kriegen." aus die Akte Jane.

  • Arbeitslos , anfangs nach der Ausbildung mit großen Murren, mittlerweile freiwillig weil ich einfach kürzer treten musste.

    Finanziell isses alles andere als rosig und manchmal echt beschissen aber ich bin dankbar, dass ich ein Dach überm Kopf hab, was zu essen, genug Klamotten etc.pp. + ich kann mir meinen Sportverein gerade so leisten weil der preiswert ist.

    Welche Ausbildung?

  • Welche Ausbildung?

    Bekleidungstechnische Assistenz ( Fachschule für Bekleidung ).

    Ich kann jeden Posten in einem Bekleidungsbetrieb besetzen, egal ob das in der Produktion selbst oder im Büro is. Ich musste gefühlt alles lernen. Halt für die Industrie.

    "Sie kriegen alles, was sie wollen, O"Neil, es fragt sich nur, ob Sie das auch wollen, was Sie kriegen." aus die Akte Jane.

  • Also wenn ich Arbeitgeber wäre dann würde ich soweit möglich Asperger einstellen.

    Wenn es um Zuverlässigkeit. Präzision und Ehrlichkeit geht gibt's nix besseres.

    Das ist eine schöne Sichtweise. Den meisten Arbeitgebern geht es nach meiner Erfahrung (leider) nur oberflächlich um Ehrlichkeit. Zum Erklimmen der Karriereleiter gilt das Prinzip "nach oben lecken und nach unten treten", und das wird mit allen Mitteln außer Ehrlichkeit versucht. Richtig Spaß gemacht hat die Arbeit freiberuflich, da hatte man mit dem ganzen drumherum (fast) nichts am Hut (RW).

    Ich arbeite aktuell, war aber in den letzten Jahren immer wieder längere Zeit arbeitslos, weil mir die Belastung zu groß war (Eigenkündigungen).

    Those who can make you believe absurdities, can make you commit atrocities.

  • Ich will nicht aufhören zu arbeiten, da ein fester Arbeitsplatz mir Struktur und Stabilität gibt, auch wenn es viele Reize gibt, die mich zu Beginn ermüden.

    Am liebsten unterstütze ich Kinder mit Regulationsproblemen und Lernschwierigkeiten. Kinder können zwar nervig sein, aber sind ehrlich wenn es um Emotionen geht. Ihre Gesichtsausdrücke kann ich viel besser zuordnen.

    Ich komme mit männlichen Kollegen besser zurecht als mit Frauen, weil ich absolut nicht nachvollziehen kann warum Frauen sich von ihren Emotionen so extrem manipulieren lassen. Wenn Frauen sagen "alles gut!", ist das i. d. R. gelogen, weil ich stets die Erfahrung mache, dass Frauen, die das sagen, erst recht nachtragend sind. Dann suchen diese gezielt nach Dingen, die sie einem negativ auslegen können, damit man eine Kündigung oder Zwangsversetzung in die Wege leiten kann. Da muss ich erst recht aufpassen, dass ich nichts mache, was man gegen mich verwenden kann. Besonders wenn so eine Frau meine Vorgesetzte ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als so zu tun, als ob ich ihre Ansichten teile, damit ich meinen Job behalten darf, weil man in der Probezeit keinen Grund braucht, um jemanden zu entlassen. Ein kleiner Fehler reicht aus, damit die Kids mich als Unterstützung verlieren.

    Bei bestimmten Männern muss ich auch strikt auf das Timing achten, um bestimmte Situationen ansprechen zu können, aber nicht so extrem wie bei Frauen. Merke ich, dass die Emotionen aufkochen, dann halte ich lieber den Mund oder greife erst in eine kritische Situation ein, wenn ein Schüler droht gewalttätig zu werden, sodass dieser eine Lehrerin schlagen will. Dann droht mir zwar auch der eine oder andere blaue Fleck, aber wenigstens hat diese Frau keinen Grund, um böse auf mein Einmischen zu sein, da sie doch erleichtert darüber ist, dass ich ihr die Faust des Kindes erspart habe.

  • Ich will nicht aufhören zu arbeiten, da ein fester Arbeitsplatz mir Struktur und Stabilität gibt, auch wenn es viele Reize gibt, die mich zu Beginn ermüden.

    Am liebsten unterstütze ich Kinder mit Regulationsproblemen und Lernschwierigkeiten. Kinder können zwar nervig sein, aber sind ehrlich wenn es um Emotionen geht. Ihre Gesichtsausdrücke kann ich viel besser zuordnen.

    Ich komme mit männlichen Kollegen besser zurecht als mit Frauen, weil ich absolut nicht nachvollziehen kann warum Frauen sich von ihren Emotionen so extrem manipulieren lassen. Wenn Frauen sagen "alles gut!", ist das i. d. R. gelogen, weil ich stets die Erfahrung mache, dass Frauen, die das sagen, erst recht nachtragend sind. Dann suchen diese gezielt nach Dingen, die sie einem negativ auslegen können, damit man eine Kündigung oder Zwangsversetzung in die Wege leiten kann. Da muss ich erst recht aufpassen, dass ich nichts mache, was man gegen mich verwenden kann. Besonders wenn so eine Frau meine Vorgesetzte ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als so zu tun, als ob ich ihre Ansichten teile, damit ich meinen Job behalten darf, weil man in der Probezeit keinen Grund braucht, um jemanden zu entlassen. Ein kleiner Fehler reicht aus, damit die Kids mich als Unterstützung verlieren.

    Bei bestimmten Männern muss ich auch strikt auf das Timing achten, um bestimmte Situationen ansprechen zu können, aber nicht so extrem wie bei Frauen. Merke ich, dass die Emotionen aufkochen, dann halte ich lieber den Mund oder greife erst in eine kritische Situation ein, wenn ein Schüler droht gewalttätig zu werden, sodass dieser eine Lehrerin schlagen will. Dann droht mir zwar auch der eine oder andere blaue Fleck, aber wenigstens hat diese Frau keinen Grund, um böse auf mein Einmischen zu sein, da sie doch erleichtert darüber ist, dass ich ihr die Faust des Kindes erspart habe.

    Als was arbeitest du genau?

  • Als Schulbegleitung für einen jungen mit Regulationsproblemen.

    Da muss ich auch klarstellen, dass nicht alle Lehrkräfte gegenüber I-Kräften negativ eingestellt sind. Die Meisten lassen sich sogar auf einen Kompromiss ein, wenn dieser mit dem Ablauf des Unterrichts vereinbar ist.

    Ich erlebe es selten, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin total ungerecht Noten verteilt oder ein bestimmtes Kind auf dem Kicker hat.

    Das Einzige, worin ich sehr vorsichtig sein muss, dass ich Kinder, die sehr intelligent sind, nicht auf Augenhöhe mit Erwachsenen stelle, weil das Pädagogen nicht gerne sehen. Da muss ich bis zu den Pausen warten bzw. das Kind, damit dieses nicht Interessen heucheln muss, die es in einem bestimmten Alter haben muss.

  • Bekomme Rente. Hab aber abseits des Aspergers auch zwei krasse Unfälle und eine Psychose gehabt. Alles andere als gut für eine Arbeitsfähigkeit.

  • Ich bin schon seit etwas über 20 Jahren nicht mehr Berufsfähig und vor ca. 15 Jahren wegen voller Erwerbsminderung dann auch tatsächlich dauerhaft in Rente geschickt worden. Ich ging vor einigen Jahren kurzzeitig und auch jetzt wieder, seit ca. einem Jahr, einen Minijob nach.

    Bin zwischenzeitlich Mutter einer mittlerweile 7 jährigen Tochter geworden und das fordert mich immer wieder schon auch enorm heraus, auch deshalb war es mir längerer Zeit nicht möglich nebenher noch zusätzlich einen Minijob nachzugehen.

  • Ich arbeite in Teilzeit in einer Verwaltung und auch etwas freiberuflich.

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    "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Wenn es um Zuverlässigkeit. Präzision und Ehrlichkeit geht gibt's nix besseres.

    Es gibt aber nicht viele Jobs, wo dies auch wirklich gebraucht wird.

    Ehrlichkeit gegenüber Kunden kann Aufträge zunichte machen oder sogar Regressforderungen nach sich ziehen.

    Wer zu präzise, zu detailverliebt arbeitet, der braucht sehr lange dafür. Das zahlt kaum ein Kunde. Die meisten Unternehmen scheinen das 80-20-Prinzip zu nutzen. Also dass man oft mit 20% Einsatz bereits 80% des Ziels erreicht. Ich musste erst lernen, dass 100% Einsatz einfach so gut nie vom Kunden gebraucht oder gar bezahlt werden. Zum Glück bin ich jetzt in einer Branche, wo man die 100% als notwendig ansieht und wo das Finden von Fehlern gern gesehen wird, während woanders die Kollegen immer verärgert waren, wenn ich denen Fehler nachgewiesen habe.

    Bei all dem Fachkräfte- und einfach nur Kräftemangel müsste es doch inzwischen auch für Autisten besser laufen? Also wir gehen inzwischen sogar weltweit auf die Suche nach neuen Mitarbeitern. Wobei das oft in Frust endet. Indien bildet z.B. sehr viele Ingenieure aus, aber die arbeiten teilweise sehr langsam und ineffizient. Das funktioniert wohl nur in direkt Indien, wo die Bezahlung sehr gering ist und dann eben 10 Inder immer noch preiswerter sind als ein Spezialist hierzulande. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber die können sich den Arbeitgeber in der Regel aussuchen und sind dann schnell wieder weitergezogen.

    _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_

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