Overtouched von meinem Kind

  • Hallo zusammen,

    ich hab mich vor einiger Zeit hier im Forum angemeldet, aber außer meiner Vorstellung noch nie geschrieben... Bitte entschuldigt das. Ich bewundere euch alle hier, dass ihr dieses Forum mit so viel Leben befüllt 😄 ich hatte so viele Gedanken, was ich hier hätte schreiben wollen, hab es aber einfach nicht geschafft.

    Erst mal nochmal kurz zu mir: ich habe keine Autismusdiagnose. Ich finde mich aber absolut in den Beschreibungen wieder. Zu mindestens 80%.

    Warum ich mich nun wieder hier melde. Heute war ein echt schwieriger Tag für mich und ich brauche Tipps, wie ich das beim nächsten Mal vielleicht besser meistern kann 😄

    Ich habe einen Sohn, der ist 1,5 Jahre alt und hängt total an mir. Ich liebe meinen kleinen Knubbel auch über alles! Ich brauche aber meine Pausen. Wirklich, ich brauche Pausen!

    Nun hatte er einen schlechten Tag, keine Ahnung warum, Bauchweh, ich vermute es kommt auch noch ein Zähnchen, wer weiß das schon, sprechen fängt er ja gerade erst an.

    Jedenfalls hing er gut 48 Stunden ununterbrochen an mir. Rund um die Uhr mit Körperkontakt. Selbst nachts - wenn ich auch nur nen Zentimeter weg gerutscht bin, kam er sofort quengelnd hinterher gerutscht.

    Ich war dann heute dauergereizt. Mir war einfach alles zu viel. Ich konnte gefühlt kaum noch atmen. Und sobald er mir dann im wahrsten Sinne des Wortes am Hosenbein hing, musste ich wirklich die Luft anhalten, um nicht zu explodieren.

    Er ist ja kein ganz kleines Baby mehr und versteht schon erstaunlich viel. Ich habe versucht, ihm geduldig zu erklären, dass Mama beim besten Willen nicht mehr kann und er mich BITTE BITTE BITTE nicht festhalten soll.

    Er ist so toll und hat sich so so so toll zusammen gerissen. Aber ihm ging es eben selber nicht gut, also hat er sich ein paar Minuten später doch wieder an mich geklammert. So ging das den ganzen Tag.

    Einmal konnte ich wirklich nicht mehr und hab ihn kurz angeschrien er soll sofort los lassen. Das tut mir so leid. Er braucht eben seine Mama, also mich.

    In seinen 1,5Jahren gab es solche Situationen schon öfter. Ich hab mit dem Papa die Absprache, dass er in dem Fall reagiert und mit dem Kleinen für ein, zwei Stunden das Haus verlässt. Leider ist Papa aber gerade auf Dienstreise. Meine Schwiegermutter hat eigentlich zugesagt zu übernehmen... Nun ja, kurz gesagt, sie versteht glaube ich den Ernst der Lage nicht und auch nicht, dass ich wirklich JETZT Hilfe brauche, wenn ich sage, ich brauche JETZT Hilfe 😕

    Mein Fazit ist jedenfalls, ich muss selber klar kommen. Und dafür wollte ich gerne Tipps von euch einholen.

    Ich habs heute dann einigermaßen in den Griff bekommen, indem ich den ganzen Tag Kopfhörer getragen habe. Also wenigstens Geräusche runter gefahren. Ganz normale Kopfhörer, Hauptsache alles etwas gedämpfter. Lohnen sich eurer Erfahrung nach Noise cancelling Kopfhörer?

    Was kann ich sonst noch tun? Was tut ihr, wenn ihr merkt, gleich explodiert ihr, und ihr könnt grade wirklich nicht weg aus der Situation?

    Der Tag war wirklich unglaublich zäh und ich hab drei Kreuze gemacht (RW), als der Kleine endlich eingeschlafen ist. Und ein Glück - diese Nacht läuft besser, er schläft gerade tief und fest, ohne Körperkontakt. Mit noch mehr Glück gibt es jetzt einige Wochen keine solche Situation mehr. Aber WENN so eine Situation kommt, will ich am liebsten ein ganzes Portfolio von Maßnahmen haben, damit ich gar nicht in solchen Stress komme. Ich will nicht explodieren und auch nicht mein Kind anschreien. Er ist so ein toller kleiner Mensch. Anstrengend, aber wundervoll. Er hat ne geduldige Mama verdient 😊


    PS: ich hab echt versucht, mich kurz zu fassen 😄 ich muss immer so aufpassen nicht abzuschweifen...

  • Hallo Anonymee,

    dazu fällt mir leider spontan am frühen Morgen auch nicht sehr viel hilfreiches ein, aber ich kann mir bildlich und vom Gefühl her sehr gut vorstellen, wie sich das an Hand deiner Beschreibungen anfühlen muss.

    Da es ja mit dem Abgeben an eine andere Person gerade nicht so gut zu klappen scheint, würde mir jetzt spontan nur einfallen, in solchen Momenten sehr viel bzw. mit ihn „Stundenlang“ spazieren zu gehen (ohne Trage bzw. mit Buggy/Kinderwagen) um im Zusammensein mit ihn eben den Körperkontakt für eine längere Weile etwas reduziert zu bekommen.

    Ich kenne vor allem das Gefühl gleich explodieren zu müssen, wenn meine Tochter meine Beine umklammert (sie ist mittlerweile 7 Jahre alt und macht das deshalb nicht mehr ganz so oft …und auch sonst war/ist sie eher ein Kind das punktuell nach Kuscheleinheiten fragt und glücklicherweise nicht den ganzen Tag nach Körperkontakt sucht). Das Gefühl mich bzw. meine Beine nicht mehr bewegen zu können (weil „gefangen“), ist für mich ganz schlimm und kann ich kaum ertragen und da fiel/fällt es mir dann auch unheimlich schwer nicht laut zu werden bzw. ihr gegenüber nicht zu Grob zu reagieren.

    Vielleicht hat jemand anderes dazu noch eine bessere Idee. Wünsche dir jedenfalls viel Durchhaltevermögen und falls mir etwas mehr dazu einfällt, schreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal (muss mich jetzt so langsam auf die Morgenroutine hier im Haus mit Partner und Kind einstellen).

    PS: ich hab echt versucht, mich kurz zu fassen 😄 ich muss immer so aufpassen nicht abzuschweifen...


    Ich fand dein Beitrag jetzt jedenfalls nicht so lang und abschweifend (vor allem, wenn ich dabei an manche meiner Beiträge denke :m(:).

    Gruß Celia

  • Es ist möglich, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Stressbewältigungsstrategien zu erlernen. Häufig bleiben elterliche Depressionen unerkannt und unbehadelt, was im psychologischen/ psychiatrischen Kontakt eher erkannt und unterstützend auch medikamentös behandelt werden könnte, bis Stressbewältigungsstrategien oder zu erlernende Verhaltensänderungen etabliert sind und schließlich die allgemeine Situation entspannen helfen.

    Ferner bestehen diverse Angebote, seien es Kuren oder spezifische Trainings, in Kliniken, um Stressbewältigungsstrategien/ Entspannungstechniken zu erlernen und/oder zu erlernen, die Bedürfnisse eines Kleinkindes zu erkennen und angemessen auf diese Bedürfnisse einzugehen. Letzteres wird oftmals Bindungstraining genannt.

    Auch bestehen Unterstützungsmöglichkeiten durch Jugendämter mittels aufsuchenden Hilfen in der Familie. Dabei wird die Situation beobachtet und Lösungsstrategien entwickelt, die auch wieder Stressbewältigungsstrategien betreffen und angemessen auf kindliche Bedürfnisse einzugehen/ diese differenziert zu erkennen und entsprechend zu handeln.

    Allgemein besteht die Möglichkeit, für Kleinkinder im Alter von einem bis drei Jahren einen sogenannten Krippenplatz in einer Kindertagesstätte in Anspruch zu nehmen, mit entsprechenden Eingewöhnungszeiten, was nicht davon entbindet, sich selbst mit Stressbewältigungsstrategien auseinander zu setzen sowie dem angemessenen Umgang mit kindlichen Bedürfnissen.

    Bei Gewalt, wozu auch Anschreien zählt, existieren ebenfalls psychoedukative Hilfsangebote für Erwachsne bis hin zur Verhaltenstherapie. Informationen und Verweis auf entsprechende Anlaufstellen sollten durch Jugendämter, pädiatrische Praxen und auch Praxen der allgemeinmedizinischen Versorgung sowie Psychiatrie/ Psychotherapie möglich sein.

    In meiner Verwandtschaft war es wichtig, dass gestresste Mütter mehr Entlastung erhielten, auch, um selbst anderen Aktivitäten wie auch Langeweile außerhalb "der eigenen vier Wände" nachgehen zu können, auch innerhalb von Wohnung oder Haus, sofern dies räumlich (und akustisch) möglich ist, damit das Zuhause nicht nur als Stress- und Frustrationsort mit allen dazugehörigen Personen betrachtet wird mit der Zeit. Sofern Entlastung durch weitere Erwachsene gewährleistet wurde und Kleinkinder den Körperkontakt zu anderen Erwachsenen zulassen und von ihnen beruhigen lassen konnten. Beispielsweise dadurch bei gemeinsamen Ausflügen einen (wieder) entspannter möglichen Umgang zu und mit ihren Kindern zu erleben, indem Müttern die Kinderbetreuung während dieser Zeiten weitestgehend abgenommen wurde oder das Organisatorische drumherum, wie sich um Proviant zu kümmern und all das Extragepäck zu tragen oder sonstwie zu befördern, - je nach Bedarf, sofern die allgemeine Situation/ das psychische Befinden nicht in Eifersucht oder Schuldgefühle umkippt,. - Diese Mütter fühlten sich einerseits durch die ältere Generation nicht ernst und in ihren Entlastungsbedürfnissen nicht wahrgenommen, obwohl sie durchaus ernst genommen wurden; andererseits nahmen sie die Kompetenzen kinderloser Personen nicht ernst. Klare Angaben, welche Art von Entlastung wann als hilfreich erachtet wird, können helfen. Insbesondere dann, wenn bereits Absprachen bestehen, dass die ältere Generation oder auch Personen in der Nachbarschaft, Bekannte, sonstige Verwandte/ Angehörige ihre Bereitschaft erklärt haben zu helfen, die in deren Alltag selbst oftmals auch nur begrenzte Zeitkontingente anbieten können, selbst akut verhindert sein können oder zu eingegrenzten Aufgabenübernahmen bereit sind. Hilfreich ist es allerdings auch, dass Mütter akzeptieren können, dass andere Personen gegebenenfalls ihre eigenen Arbeitsweisen und (nicht gewaltvollen) Umgangsformen haben oder zum Kind entwickeln und diese machen gelassen werden und nicht für Nichtigkeiten zu kritisieren.

    Dass andere Personen eigene Persönlichkeiten mit eigenen Umgangsformen und Arbeitsweisen oder auch Ansichten sind, stellen häufig Konfliktpunkte dar im Zusammenhang mit aufsuchenden Diensten in den Familien. Im Stress oder bei allgemein langanhaltenden stressvollen Umständen ist es schwieriger, offen zu sein oder Zeit zu haben für Reflexion.

    Es kann auch schon hilfreich sein, dass Partnerpersonen die Betreuung von (Klein-)Kindern ernst nehmen und bedeutend mehr Aufgaben im Alltag übernehmen, als - beispielsweise - mal eben drei Minuten irgendwie auf ein Kind aufzupassen oder immer nur die freudvollen/ entspannteren Aktivitäten zu übernehmen, während eine Mutter ausnahmsweise einmal Zeit findet, um duschen zu können, ohne ebenfalls (mal wieder) im Alltag einfach nur schöne, entspannte Zeiten mit dem Kind verbringen zu können. Wenn es beruflich möglich ist, kann es auch bedeuten, sich nicht der Betreuung - wie durch Dienstreisen - zu entziehen, falls Fortbildungen oder Geschäftskontakte auch anders umsetzbar wären, oder bei leitender Position auch mehr Aufgaben an Mitarbeitende zu delegieren etc., oder innerbetrieblich frühzeitig zu kommunizieren, dass die eigene Person in der nächsten Zeit nicht für Sonderaufgaben eingeplant werden könne, weil Privates in dieser Zeit Vorrang hat, zur Not sind es "nicht verschiebliche Termine", die einzuhalten sind und dies auch zur Verantwortungsübernahme gehört. - Dies kann mit dem Selbstverständnis wie auch mit bestehenden Rollenvorstellungen kollidieren, sollte als mögliche Ressource jedoch nicht traditionell ausgeklammert werden, in Konstellationen, die es betrifft.

  • Disclaimer: ich habe "nur" ADHS war und bin aber oft von meinem, mittlerweile recht großen Autisten überfordert. Und mein Mann war in der Kleinkindzeit auch noch öfter auf Dienstreise.

    Ich habs heute dann einigermaßen in den Griff bekommen, indem ich den ganzen Tag Kopfhörer getragen habe. Also wenigstens Geräusche runter gefahren. Ganz normale Kopfhörer, Hauptsache alles etwas gedämpfter. Lohnen sich eurer Erfahrung nach Noise cancelling Kopfhörer?

    Ich habe mir (viel zu spät) einen angepassten Gehörschutz beim Hörgeräteakustiker anfertigen lassen mit einem Filter für hohe Tonhöhen, der eigentlich für Musiker ist.
    So kann man immer noch Sprache verstehen und im Straßenverkehr agieren.
    Nachteil: man braucht einen Abdruck mit Abdruckmasse und es ist relativ teuer

    Noisecancelling funktioniert je nach Einstellungen und Hersteller besser oder schlechter.
    Da gibt es hier diverse Threads zu.

    Fürs Kind ist es hilfreich, Baustellenkopfhörer oder Over-ear zu tragen, weil es dann ein optisches Signal gibt, dass du nicht alles hören kannst.

    Körperkontakt:
    Mein Kind will heute noch zu viel davon.
    Im Kleinkindalter half mir, dass Kind in der Tragehilfe auf den Rücken zu packen. Dann hatte ich die Arme frei und konnte wenigstens halbwegs das tun, was ich wollte, solange ich in Bewegung war. Z.B. im Laufen in Ruhe meinen Kaffee trinken
    Vorteil fürs Kind: getragen werden hilft gegen Bauchschmerzen und maximaler Körperkontakt.
    War das Kind unleidlich, half eigentlich nur, sich mit auszuruhen und vorzulesen, zu schlafen oder ähnliches.
    Badewanne fürs Kind hat oft 1-2 Stunden Entspannung gebracht, weil man nicht durchgehend ansprechbar sein musste.

    Praktisch:
    Der Haushalt kann mich mal. Die Investition in die Beziehung zu meinem Kind und meine eigenen Ressourcen waren mir in der Phase sehr viel wichtiger.
    Essen bestellen oder die Lieblings-Snacks ausreichend im Kühlschrank haben. Möglichst viel Schlafen, wenn das Kind schläft.


    Was emotional geholfen hat:
    maximale Akzeptanz, dass ich nichts ändern kann und auch nur bedingt für die Emotionen des Kindes verantwortlich bin, auch wenn so kleine natürlich viel Co-Regulation brauchen.

    Hier hat sich das Kind nirgendwo abgeben lassen. Selbst der Vater war oft genehm, besonders abends und nachts.

  • Kurz zu mir: ich bin vor kurzem (mit noch 45 Jahren, jetzt bin ich 46) mit dem Asperger Syndrom diagnostiziert worden. Und ich habe 3(!) Kinder:m(:. 2 davon diagnostiziert (zeitlich vor mir, durch sie kam ich erst auf den Verdacht ich könnte Autistin sein), 1 anderweitig „auffällig“. Ich weiß also sehr gut, wie es ist eine überforderte autistische Mutter zu sein. Ich schreibe das, damit du weißt, dass für mich meine Tipps und Erklärungen nicht von einem theoretischen Standpunkt herrühren, sondern ich wirklich gut nachvollziehen kann, was es bedeutet Mutter zu sein.

    Lohnen sich eurer Erfahrung nach Noise cancelling Kopfhörer?

    Ja!

    Was kann ich sonst noch tun? Was tut ihr, wenn ihr merkt, gleich explodiert ihr, und ihr könnt grade wirklich nicht weg aus der Situation?

    Wenn das Kind körperlich klammert, ist da leider nicht viel zu machen. Auf jeden Fall versuchen dir Auszeiten zu nehmen, wenn es GEHT. Energie sparen wo es nur möglich ist.

    Ich will nicht explodieren und auch nicht mein Kind anschreien. Er ist so ein toller kleiner Mensch. Anstrengend, aber wundervoll. Er hat ne geduldige Mama verdient 😊

    Ja, unsere Kinder haben geduldige Mamas verdient.
    Aber: auch Mütter sind Menschen mit Bedürfnissen. Als Mutter muss man quasi permanent seine eigenen Bedürfnisse zurück stellen. Das erfordert übermenschliche Geduld und das kannst und darfst du nicht von dir erwarten. Denn der hohe Perfektionismus als Mutter alles richtig zu machen, ist m. Erfahrung nach insbesondere bei autistischen Müttern sehr hoch! Das erzeugt aber leider noch mehr Stress, was wiederum zu einer noch geringeren Belastbarkeit führt, was dazu führt, dass man öfter „aus der Rolle“ fährt, was wieder Selbstvorwürfe anfeuert… Du verstehst hoffentlich worauf ich hinaus will: das ist ein unguter Kreislauf, der am Ende zu immer größerer Erschöpfung führt und zu immer weniger „perfekte Mutter“ sein können.

    Ich weiß sehr gut wovon ich rede, denn ich bin überaus perfektionistisch, habe mir vor der Geburt meines ersten Kindes geschworen, so vieles besser zu machen als meine Mutter damals, denn ich hatte leider keine sehr achtsame Mutter.

    Ich musste aber mit der Zeit lernen, dass mein übertrieben hoher Anspruch eben zu diesem oben beschriebenen Kreislauf führte, bis ich körperlich und psychisch zusammenbrach.

    Jetzt sage ich mir selbst so oft es geht:“ Du hast es heute nicht perfekt gemacht. Du hast dein Kund angeschrien, aber dies und jenes hast du gut gemacht und vor allem: du redest mit deinen Kindern, erklärst dein Verhalten, machst ihnen klar, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn Mama einen schlechten Tag hat, entschuldigst dich, wenn du mal unfair wurdest…“(etcpp). Alles in allem mache ich SO ViELES richtig gut! Und dass ich keine Maschine, sondern ein Mensch bin, ist okay. Und zwar voll umfänglich. In der Autismustherapie sagte die Therapeutin meines Sohnes mal zu mir, dass ich eine so gute Mutter sei, dass es für die Kinder wichtig ist, dass wir unsere Menschlichkeit und Grenzen zeigen, dass man authentisch ist. Und ja, manchmal lässt man auch einen Schreier los, ist kurz unfair, müde, überfordert. Ich habe mir da große Vorwürfe gemacht und aue hat mir das vehement ausgeredet und gesagt, dass einzige was ich noch nicht gut mache, ist mein zu hoher Anspruch an mich selbst und zu wenig Einstehen für meine Bedürfnisse OHNE schlechtes Gewissen (Mama-Guilt).


    Menschlich sein ist gut! Auch für die Kinder. Denn nur dadurch lernen sie selbst Rücksicht auch andere zu nehmen und dass andere Menschen auch Gefühle und Bedürfnisse haben.

    Dein Sohn hat also allem voran eine authentische Mutter verdient: eine fürsorgliche, aufmerksame, präsente Mutter, die aber auch mal ihre Pausen braucht.


    Alles Gute

    Da ich sehr oft vom Smartphone aus schreiben muss, gelingt es mir manchmal aus Zeitgründen nicht alle Tippfehler zu sehen und zu korrigieren, auch wenn es mich beim späteren nachlesen sofort sehr stört, dann aber nicht mehr zu korrigieren sind.

    Edited once, last by Zephyr (June 11, 2024 at 12:14 PM).

  • Die bisher gegebenen Tipps finde ich gut.

    Bevor jemand ausrastet oder aus Erschöpfung einschläft, würde ich in Notfällen empfehlen, insofern die Umgebung kindersicher gestaltet ist, und man das Kind noch hört, idealerweise auch dabei sieht (Glastür, Kamera), sich notfalls kurzzeitig einzuschließen, auch wenn das Kind dann mal schwer weinen muss. Auf Dauer sich natürlich stattdessen Unterstützung für andere Lösungen suchen. Möglichst sichtbar und oder hörbar für das Kind bleiben. Köpfhörer besser nur dann, wenn das Kind einen sehen kann.
    Manchmal funktioniert es danach auch dem Kind zu erklären, dass man die Tür fortan auflässt, wenn es akzeptiert, dass man Ruhe braucht. Es wird dann ggf. öfters am Türrahmen stehen und sich Gründe aussuchen, warum es einen jetzt doch ansprechen muss. Aber dann akzeptieren, dass es noch mal rausgehen oder mal kurz still sein muss, wenn es am Türrahmen bleiben will.

    Bei Babys: Als Alternative zu Tragetüchern kann ich eine Tragschale empfehlen die man von Raum zu Raum in der Hand trägt und das Baby dabei immer mal wieder berührt. So sieht, riecht und spürt es einen auch, hat die vertrauten Schunkelbewegungen, und ist dabei näher an der Mutter, als im Kinderwagen. Ansonsten mit dem Kinderwagen durch die Wohnung fahren.
    Bei Babys die ständig an die des Stimulierens-wegen übermäßig viel trinken wollen, egal ob an Brust oder Flasche, kann ein Schnuller helfen.

    Grundlegend brauchen Kinder mit hohen Regulationsbedürfnissen aber auch Entwicklungsförderung, egal ob die Eltern wegen ASS mehr Berührungsempfindlichkeiten haben oder nicht. Wobei geäußerter Berührungsstress auch zu besonderem Eifer mehr angenommen zu werden bei Kindern führen kann. Letztlich können Familienhilfen herausfinden, welche Art von Förderung für Familien gut geeignet sind. Diese findet man zb bei den Caritas, Erzbistrum oder bei den Jugendämtern.


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