Umgang mit digitalen Nachrichten (WhatsApp usw.)

  • Hallo, zusammen!

    Ich bin neu hier und starte mit einem Thema, das mich immer wieder sehr beschäftigt. Ich habe bereits gesucht, ob es dieses Thema hier schon gibt, bin aber nicht fündig geworden.

    Und zwar beschäftigt mich der Umgang bzw. die Handhabung digitaler Nachrichten im Alltag sehr. Ich habe oft das Problem, dass es einfach viel zu oft zu Missverständnissen kommt. Entweder möchte ich etwas mitteilen und verfehle selbst meine eigene Absicht, weil ich nicht weiß, wie ich das, was ich sagen möchte, adäquat zum Ausdruck bringen kann über Text und Emojis. Oder ich bekomme Nachrichten, bei denen ich einfach den Inhalt nicht verstehe. Auch meist in Bezug auf die Benutzung von Emojis bzw. wie die Nachricht verfasst ist (kurze Sätze, lange Sätze, Emojis usw.). Auch allgemein das Schreibverhalten der einzelnen Personen ist oft sehr irritierend. Manchmal kommt gar keine Nachricht zurück, dann wieder missverständliche Antworten, dann nur eine Antwort auf eine meiner Nachrichten und man weiß nicht, hat der Schreibpartner die andere Nachricht überlesen.

    Es ist ja so, dass Sozialverhalten und Kommunikation im realen Leben schon schwer genug fällt. Digitale Nachrichten sind aber dann eine noch größere Herausforderung, so finde ich. Man muss viel mehr interpretieren, hat aber viel weniger "Material" bzw. Informationen zur Interpretation. Und am allerschwersten ist, wenn sich die Personen im realen Setting kommunikativ so ganz anders verhalten, wie sie es dann in der digitalen Welt tun. Das verwirrt mich völlig. Da meine ich, die Person verstanden zu haben, und dann verhält sie sich völlig anders.

    Kennt ihr diese Probleme? Wie geht es euch mit digitalen Nachrichten, vor allem auf Whatsapp? Was sind eure Umgangstipps?

    Danke für eure Nachrichten!

    Laura

  • War für mich auch immer "interessant", als ich noch jemanden zum Schreiben hatte.

    Ein Problem, was ich immer hatte, war dass meine Nachrichten gerne sehr lang wurden (im Bezug auf den eigentlichen Inhalt) - eben um zu vermeiden, dass es zu Missverständnissen kommt. Andersrum sobald ich eine Nachricht "schnell" geschrieben habe, wurden direkt Sachen an Stellen reininterpretiert, wo ich nichtmal wusste, dass man da überhaupt was reininterpretieren kann... und hab dann dementsprechend Gemeckertes bekommen, weil ich Worte geschrieben hab.

    Emojis hatten wir kaum verwendet. Warum die ehemalige Freundin keine verwendet hat, weiß ich nicht, ich habe keine verwendet, weil ich nicht genau weiß, was die mir mit ihren kryptischen Gesichtsausdrücken sagen wollen und was der Unterschied zwischen beispielsweise "😕", "🙁" und "☹️" ist.

    Bei Nachrichten, deren Inhalt ich nicht verstehe, hab ich entweder nachgefragt (und darauf auch oftmals keine Antwort bekommen) oder die unverständliche Nachricht war eine aus einer Folge von Nachrichten und die Bedeutung hat sich aus dem Kontext der anderen Nachrichten ergeben (eher selten). Aber unbeantwortete Nachrichten kenne ich auch gut. Besonders höflich finde ich sowas aber nicht. Wenn ich eine Nachricht nicht beantworten kann oder möchte, dann sag ich das und tue nicht so, als wäre da nie eine Nachricht gewesen. Hä?! Und damit meine ich jetzt nicht eine Nachricht, die eventuell untergegangen ist, weil ich wieder mal zehn Nachrichten hintereinander geschrieben habe, sondern wenn's die letzte Nachricht ist, aber auf die nächste danach prompt eine Antwort kommt.

    Ja, wenn du dazu neigst, viele Nachrichten hintereinander zu schreiben, kann es passieren, dass da mal eine untergeht. Entweder weil WhatsApp rumbuggt und plötzlich vier Wochen nach oben springt und ich nicht mehr weiß, wo ich war, oder - und das ist so'n Ding von mir - wenn zwei aufeinanderfolgende Nachrichten ähnlich aussehen, übersehe ich möglicherweise eine davon.
    Lange Nachrichten hab ich nur dann verwendet, wenn ich wirklich viel zu einem Thema zu sagen hatte, weil die durch die begrenzte Bildschirmfläche immer dezent schlecht zu lesen gehen. Weiter hast du dann da so ne Wall of Text, die der andere erstmal verarbeiten muss, was dann auch wieder seine Tücken hat.

    Es ist ja so, dass Sozialverhalten und Kommunikation im realen Leben schon schwer genug fällt. Digitale Nachrichten sind aber dann eine noch größere Herausforderung, so finde ich. Man muss viel mehr interpretieren, hat aber viel weniger "Material" bzw. Informationen zur Interpretation.

    Genau der Meinung bin ich auch. Gerade auch, weil ich im Interpretieren in der Schule höchstens eine 4- oder so hatte, bevor ich es aufgegeben habe. Wenn mir der Schreibpartner nicht klar sagt, was er will, kann es bei mir gut und gerne mal sein, dass ich seine "versteckte" Nachricht (also das, was ich da eigentlich rausinterpretieren können sollte) gar nicht mitkriege.

    Ein Ding gebe ich noch mit, was ich bei der ehemaligen Freundin immer mal beobachtet habe: Du schreibst was, drei Stunden später liest du es nochmal, stellst fest, dass du da dezenten Mist geschrieben hast - "Glück gehabt, sie hat's noch nicht gelesen!" - und Nachricht gelöscht. Zwanzig Minuten später kommt eine Antwort auf die gelöschte Nachricht. "Ich hab's im Benachrichtigungszentrum gelesen."
    Ich mein beim Antworten müsste sie ja eigentlich gesehen haben, dass ich die Nachricht gelöscht habe + ich kann ihre gelöschten Nachrichten auch nicht lesen. Was soll das? Genau diese Bemerkung hab ich auch zu hören gekriegt, als sie mir die Freundschaft aufgekündigt hatte. Toxisch...
    Betrifft wohl irgendwelche iPhones, aber ich weiß nicht, ob neuere dann auch die Benachrichtigung löschen, wenn du die Nachricht löschst.

  • Hallo! Mit Texten habe ich auch so meine Probleme. Ich habe Angst vor Mißverständnissen und Uneindeutigkeiten.

    Ich sehe oft die Gefahr, beziehungsweise, ich sehe sie auch mal zu spät, so dass ich eventuell unfreundlich, doof oder verrückt rüberkomme. Ich denke, ich irritiere hin und wieder Leute. Manchmal bitte ich den Adressaten um Entschuldigung, beziehungsweise ich versuche das so halbwegs, indem ich so etwas schreibe oder sage wie : "sorry, ich bin ziemlich chaotisch", oder: "Tut mir leid, ich habe einen totalen Tunnelblick zur Zeit, keine Ahnung, ich bin komplett nervös und gestresst" (warum: Dafür gibt es leider keine gesicherte Erklärung..ich hoffe aber irgendwann bald).

    Bei Interpretationen war ich in der Schule auch schlecht DerIsolator. Betrifft jetzt natürlich keine digitalen Medien in dem Fall. Aber weil du das Thema angeschnitten (RW) hattest: Für Deutsch und auch für das Fach Kunst habe ich versucht mich vorzubereiten. Was könnte als Thema in einer Prüfung kommen. Wie könnte man argumentieren? Welche Wörter kann ich an welcher Stelle verwenden etc..? In Kunst habe ich gedacht, wenn man malen, zeichnen kann und kreativ ist, ist man safe. Ha! Falsch gedacht. Es war oft der Horror und ich träume heute noch von diesen stressigen Prüfungssituationen.

    Smileys benutze ich schon gern. :) den da, weil er freundlich ist und Zuversicht zeigt. :m(: den da, um zu zeigen, dass ich grad überfordert und gestresst bin. Auch erkläre ich damit, dass mir bewusst wurde, wenn ich etwas Unpassendes geschrieben habe. :o den , wenn ich Freude über etwas zeigen will. Und noch einige andere verwende ich gern. Was mich nervt ist, wenn gefühlt die ganze Zeit dieser ;) gebracht wird. Manchmal passt ;). Aber meistens denke ich, was soll der an der Stelle bedeuten? :sarcasm:,:irony: oder :fun:? Oder kann mein Gegenüber den Smiley nicht richtig verwenden? Dann soll er es halt einfach sein lassen. Ich beton nochmal..das DENKE ich.

  • WhatsAPP oder auch PNs bei Facebook mit NTs finde ich auch manchmal schwierig.

    Bei mir ist noch das Problem, daß ich oft denke, was ich nicht tun würde, tun andere auch nicht. Da komm ich irgendwie nicht raus.

    Was natürlich bedeutet, wenn ich eine Nachricht bekomme und sie recht zügig beantworte, gehe ich davon aus, daß mein Gegenüber das auch so macht. Ist natürlich nicht so. Wenn ich dann eine Nachricht schreibe und keine Antwort bekomme, denke ich sofort, ich habe die Person verärgert oder etwas falsches geschrieben.

    Bei den Smilies habe ich auch so meine Standardsmilies, die ich selber auch deuten kann. Ob jemand anderes sie genauso deutet weiß ich nicht - da habe ich noch nie Rückmeldung bekommen.

    Außer bei meiner Tochter (sie ist Autistin), aber sie sagt mir das dann auch wenn der Smilie für sie eine andere Bedeutung hat.

    Wenn ich nicht sicher bin, verwende ich von Anfang an keine.

    Womit ich auch Probleme habe ist mit mehreren Fragen gleichzeitig. Mit meiner Tochter wieder kein Problem - wir zitieren uns dann gegenseitig, um jeden Punkt zu beantworten.

    Das machen NTs aber nicht - da wird alles in einen Text gepackt und damit bin ich manchmal ganz schön überfordert.

    Gar nicht zu antworten empfinde ich auch als sehr unhöflich.

  • Ich würde mit den Menschen, mit denen ich WhatsApp / SMS Kontakt halten möchte, einfach besprechen / ihnen erklären, was für mich leicht verständlich und was eher schwierig ist. Ich muss das demnächst auch mal machen: einfach klar sagen, so kann ich gut kommunizieren.

    Beispiel: Mich nervt es wenn so vage Sachen kommen, sowas wie "Wie wär's mit treffen?" Einfacher für mich zu beantworten wäre etwas konkretes wie "Hast du Lust, Samstag einen Spaziergang zu machen?"

    Wenn mir etwas an der Person liegt, frage ich auch einfach, wenn ich was nicht verstehe / unsicher bin, wie etwas gemeint ist.

  • Und zwar beschäftigt mich der Umgang bzw. die Handhabung digitaler Nachrichten im Alltag sehr.

    Geht mir auch so. Mich nervt auch die Erwartungshaltung vieler Leute, dass man am besten sofort oder umgehend antwortet, aber sie selber lassen sich dann Zeit oder ignorieren die Nachricht einfach.

    Wie ich damit umgehe? Tatsächlich kommuniziere ich mit anderen nicht mehr per PNs etc. Whatsapp habe ich schon längst gelöscht. Mir ist das einfach zu anstrengend und zeitintensiv regelmäßig mit jemanden zu schreiben. Ich hatte mal mit jemanden per Telegram geschrieben, der überflutete mich regelmäßig mit Nachrichten, den habe ich schnell geblockt - ich war damit einfach überfordert. Hier habe ich die PN Funktion auch bewusst ausgeblendet. Mir fehlt dafür auch einfach schlichtweg die Zeit um regelmäßig darauf zu antworten. Ich schreibe hier im Forum auch eher sporadisch, weil mir wie gesagt die Zeit und Lust oft fehlt. Mein Bedürfnis mich mit anderen auszutauschen, ist auch eher gering.

    Ich kommuniziere höchstens noch per E-Mail oder altmodisch per Brief. Mit den ganzen Smileys habe ich auch so meine Probleme. Ich verstehe die Bedeutung dahinter meistens zwar schon, aber manche benutzen die einfach zu viel oder es gibt auch so Smileys, die ständig blinken oder sich bewegen. Das nervt mich richtig. Auch bei Foren überlese ich dann solche Beiträge immer.

    Was sind eure Umgangstipps?

    Ich würde das einfach der Person direkt mitteilen, welche Probleme du mit den digitalen Medien hast, sodass die sich nicht wundern, wenn du dich anders als NT´s verhälst.

    Ein Problem, was ich immer hatte, war dass meine Nachrichten gerne sehr lang wurden (im Bezug auf den eigentlichen Inhalt) - eben um zu vermeiden, dass es zu Missverständnissen kommt.

    Oh, Gott ja! Das Problem gab es bei mir auch, als ich noch regelmäßig mit jemanden geschrieben hatte. Dass dauerte dann auch mal gerne eine Stunde - als dann aber keine Antwort darauf kam, war ich dann immer richtig frustriert und dachte mir, wozu habe ich mir die Zeit genommen, um der Person das ausführlich zu erklären....

    weil ich nicht genau weiß, was die mir mit ihren kryptischen Gesichtsausdrücken sagen wollen und was der Unterschied zwischen beispielsweise "😕", "🙁" und "☹️" ist.

    So groß ist da der Unterschied auch nicht. Das ganz rechte bedeutet nur, dass einem etwas gar nicht gefällt und bei den beiden anderen, halt etwas weniger. So meine freie Interpretation. Ich benutze aber selber kaum Smileys beim Schreiben, auch weil ich die irgendwie albern und kindisch finde.

    Achso, mein persönlicher Albtraum bei digitaler Kommunikation sind übrigens Sprachnachrichten! Am besten noch, wenn diese draußen aufgenommen wurden und man versteht kaum was, wegen Wind, Autos, Kindergeschrei etc. und die Aufnahme dann auch noch über 10 Minuten geht.... Bei Telegram gibt es leider viele Kanäle, die meinen so, ihre Meinungen, Weltbilder etc. kundzutun..... Bei sowas mache ich immer einen großen Bogen....

    "Glück gehabt, sie hat's noch nicht gelesen!" - und Nachricht gelöscht. Zwanzig Minuten später kommt eine Antwort auf die gelöschte Nachricht. "Ich hab's im Benachrichtigungszentrum gelesen."

    Sollte aber so nicht sein! Wahrscheinlich falsch programmiert oder ein Serverfehler. Bei Telegram besteht die Möglichkeit den ganzen Chat zu löschen, auch für die andere Person, die Löschung ist dann auch endgültig.

    Bei Interpretationen war ich in der Schule auch schlecht

    Gerade bei Romanen oder Gedichten habe ich mich einfach immer an der Meinung des Lehrers orientiert. Als ich in der 5. und 6. Klasse noch frei meine eigene Interpretationen schrieb, bekam ich oft eine 4 oder 5, angeblich Thema verfehlt! Nachdem ich anfing, immer nur nach der Meinung des Lehrers zu schreiben, besserten sich meine Noten deutlich.

    Für Deutsch und auch für das Fach Kunst habe ich versucht mich vorzubereiten. Was könnte als Thema in einer Prüfung kommen. Wie könnte man argumentieren?

    Zu den ganzen Klassikern gibt es übrigens von Reclam etc. zahlreiche Interpretationen :d Man könnte sich da, also einiges abgucken....

    :o den , wenn ich Freude über etwas zeigen will.

    Das hätte ich jetzt nicht als Freude interpretiert sondern als staunen oder so, wegen dem großen offenen Mund. Bei Freude verwende ich immer den: :) oder :lol:. Der :o soll wohl überrascht heißen. Steht jedenfalls da, wenn ich mit dem Zeiger drüber gehe.

    Was mich nervt ist, wenn gefühlt die ganze Zeit dieser ;) gebracht wird. Manchmal passt ;) . Aber meistens denke ich, was soll der an der Stelle bedeuten? :sarcasm: , :irony: oder :fun: ?

    Ich benutze den immer, wenn ich etwas Ironisch meine. Man kann da aber tatsächlich viel reininterpretieren.

    Edited once, last by Paula Panter (May 11, 2024 at 6:19 PM).

  • Mit Texten habe ich kein Problem. Bei Emojis kriege ich nur die einfachen übersetzt. Verwendet Jemand anderes bin ich häufig ratlos. Wenn ich glaube es könnte wichtig sein, muss ich nachfragen, was ich blöd finde. Vor allem wenn derjenige der mit einem einzelnen Emoji antwortete dann nicht reagiert.

  • Ein Problem, was ich immer hatte, war dass meine Nachrichten gerne sehr lang wurden (im Bezug auf den eigentlichen Inhalt) - eben um zu vermeiden, dass es zu Missverständnissen kommt. Andersrum sobald ich eine Nachricht "schnell" geschrieben habe, wurden direkt Sachen an Stellen reininterpretiert, wo ich nichtmal wusste, dass man da überhaupt was reininterpretieren kann... und hab dann dementsprechend Gemeckertes bekommen, weil ich Worte geschrieben hab.

    Genau so ist es. Ich schreibe Nachrichten oft in der Notizen-App meines Smartphones vor, dann kopiere ich sie erst in WhatsApp in den Chat und schicke es ab, wenn ich zufrieden damit bin. Damit Missverständnisse im besten Fall vermieden werden. Jedoch werden sie damit leider trotzdem nicht ausgeschlossen. Ich denke, digitale Nachrichten sind immer zweifelhaft, was die Botschaft dahinter angeht, da kann man sich noch so viel vorbereiten. Das macht es natürlich aber umso schwerer. Oft ist es der Schreibpartner, der leider weniger lange über seine Nachrichten nachdenkt.

    Aber unbeantwortete Nachrichten kenne ich auch gut. Besonders höflich finde ich sowas aber nicht. Wenn ich eine Nachricht nicht beantworten kann oder möchte, dann sag ich das und tue nicht so, als wäre da nie eine Nachricht gewesen. Hä?! Und damit meine ich jetzt nicht eine Nachricht, die eventuell untergegangen ist, weil ich wieder mal zehn Nachrichten hintereinander geschrieben habe, sondern wenn's die letzte Nachricht ist, aber auf die nächste danach prompt eine Antwort kommt.

    Ich glaube aber, oft ist das die Schwierigkeit daran. Wüsste man, dass die Nachricht untergegangen ist, wäre das kein Problem. Meistens ist es aber genau diese Unsicherheit, die mich dann ins Grübeln bringt. Ist die Nachricht tatsächlich untergegangen? Oder hat mein Schreibpartner einfach nicht darauf geantwortet? Ich tendiere dann dazu, aus Ungewissheit nochmals eine Nachricht zu schicken, die auf die unbeantworteten Nachrichten verweisen, wodurch es meist noch mehr zu Missverständnissen kommt. Es ist einfach schwierig. Am liebsten würde ich komplett auf WhatsApp verzichten und die verbale Kommunikation bevorzugen, auch wenn diese ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich bringt. Es wäre in diesem Fall tatsächlich einfacher.

    Ich sehe oft die Gefahr, beziehungsweise, ich sehe sie auch mal zu spät, so dass ich eventuell unfreundlich, doof oder verrückt rüberkomme. Ich denke, ich irritiere hin und wieder Leute. Manchmal bitte ich den Adressaten um Entschuldigung, beziehungsweise ich versuche das so halbwegs, indem ich so etwas schreibe oder sage wie : "sorry, ich bin ziemlich chaotisch", oder: "Tut mir leid, ich habe einen totalen Tunnelblick zur Zeit, keine Ahnung, ich bin komplett nervös und gestresst" (warum: Dafür gibt es leider keine gesicherte Erklärung..ich hoffe aber irgendwann bald).

    So geht es mir auch. Ich erkenne oft erst dann, wenn eine Nachricht schon weg ist und eine Reaktion darauf kommt, dass sie unpassend oder nicht nötig war. Und anstatt es dabei zu belassen, mache ich oft den Fehler und versuche mich mit Erklärungen zu retten. Was es meist nur noch schlimmer macht. Entweder ist mein Schreibpartner dann genervt und versteht das Problem nicht, das ich scheinbar sehe, oder reite ich mich immer weiter in etwas hinein, was eigentlich völlig unproblematisch gewesen wäre. Versteht ihr, was ich meine? So eine Art von Overthinking. Weil ich die digitale Kommunikation nicht verstehe. Und dann zu viele Gedanken darauf verschwende, ob ich einen Fehler gemacht habe oder nicht (oft nicht, ich steigere mich nur völlig in etwas hinein).

    as mich nervt ist, wenn gefühlt die ganze Zeit dieser ;) gebracht wird. Manchmal passt ;) . Aber meistens denke ich, was soll der an der Stelle bedeuten? :sarcasm: , :irony: oder :fun: ?

    Exakt. Dieser Emoji ist am schlimmsten. Er erzeugt die meisten Missverständnisse und Gedanken meinerseits, nach dem Motto: "Hätte ich etwas in erkennen oder verstehen müssen, was ich nun aber augenscheinlich nicht verstehe?" Er sagt für mich aus, dass hinter der Nachricht eine weitere Botschaft steckt, auf die ich niemals kommen werde.

    Was natürlich bedeutet, wenn ich eine Nachricht bekomme und sie recht zügig beantworte, gehe ich davon aus, daß mein Gegenüber das auch so macht. Ist natürlich nicht so. Wenn ich dann eine Nachricht schreibe und keine Antwort bekomme, denke ich sofort, ich habe die Person verärgert oder etwas falsches geschrieben.

    Genau, das bringt mein Overthinking auf den Punkt.

    Mir fehlt im Falle einer digitalen Nachricht oft der Zusammenhang, das habe ich festgestellt. Würde man mit jemandem verbal über exakt das gleiche Thema sprechen, so könnte man sich erklären und man würde Missverständnisse im besten Fall sofort aus dem Weg räumen. Digitale Nachrichten haben nicht nur den Nachteil, dass das Geschriebene selbst fehlinterpretiert werden kann, sondern auch die Rahmenbedingungen der Konversation. Mich überfordern oft Fragen wie: Wann schreibe ich ihm oder ihr, dass ich nicht störe? Schreibe ich alles in eine Nachricht oder getrennte Nachrichten? Antworte ich sofort oder nicht? Deswegen mag ich es oft gar nicht, wenn jemand verbal sagt: "Erinnere mich bitte über WhatsApp daran." oder "Schicke mir gerne deine Ideen." Am liebsten würde ich diese Dinge direkt verbal im direkten Kontakt erledigen und nicht in die Situation gezwungen werden, digitale Medien dafür nutzen zu müssen. Denn dann bin ich oft verwundert, wenn keine Reaktion kommt oder eine Reaktion, die ich nicht erwartet hatte. Dann denke ich mir bei mir: Du meintest doch, ich solle dir das mitteilen oder meine Ideen schicken, warum reagierst du plötzlich anders als erwartet. Es ist schwer, es zu erklären, ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

  • Die Reclam Hefte habe ich sogar benutzt, mehrmals durchgelesen..und trotzdem nicht viel verstanden

    Die Reclam Hefte sind tatsächlich auch teilweise ganz schön hochgestochen geschrieben, alles daraus habe ich auch nie verstanden. Zur Not hätte man auch einfach vieles daraus auswendig lernen können ;) Aber freut mich, dass du dennoch durch die Schule gekommen bist. Das ist ja die Hauptsache.

    Entweder ist mein Schreibpartner dann genervt und versteht das Problem nicht, das ich scheinbar sehe, oder reite ich mich immer weiter in etwas hinein, was eigentlich völlig unproblematisch gewesen wäre.

    Vielleicht ist dein Schreibpartner einfach nicht der Richtige für dich?

    Wann schreibe ich ihm oder ihr, dass ich nicht störe?

    Warum solltest du denn stören? Ist doch nur eine Textnachricht! Derjenige kann ja selber entscheiden, wann er sie liest oder auch nicht. Sowas denke ich immer nur, wenn ich jemanden anrufe.

    Schreibe ich alles in eine Nachricht oder getrennte Nachrichten?

    Ich bevorzuge beim lesen, alles in einer Nachricht zu schreiben, aber in mehreren Abschnitten, sodass es übersichtlicher ist. Weiß nicht, ob das bei Whats App auch geht.

    Deswegen mag ich es oft gar nicht, wenn jemand verbal sagt: "Erinnere mich bitte über WhatsApp daran." oder "Schicke mir gerne deine Ideen."

    Mhm...wenn jemand dir das sagt, aber nicht darauf antwortet, will er dich in der Regel nur höflich hinhalten. Genauso, wenn man sich eigentlich verabreden will, aber anstatt gleich eine feste Uhrzeit und Tag auszumachen, man dann sagt: "Wir sprechen da nochmals drüber".

    Am liebsten würde ich diese Dinge direkt verbal im direkten Kontakt erledigen und nicht in die Situation gezwungen werden, digitale Medien dafür nutzen zu müssen.

    Niemand zwingt dich dazu! Den Druck machst du dir selber. Am besten das einfach kommunizieren, dass du das lieber mündlich klären willst.

  • Ich meide Emoji grundsätzlich, bis auf die ganz einfachen, die ich auch interpretieren kann. Bei uneindeutigen Emoji hilft mir meine Frau oder meine Tochter, die zwar auch Asperger hat, aber mit diesen Emojis besser klarkommt. Wenn Nachrichten mehrdeutig sind, tue ich mich oft schwer, den Inhalt richtig zu interpretieren, da ich Sarkasmus oder Ironie oft falsch verstehe und zögere oft sehr lange mit einer Antwort. Wenn ich Text verfasse, wird es oft unnötig lang, da ich immer alles genau erkläre, damit es nicht missverstanden wird. Im Büro bei den Mails ist das oft problematisch und dann kommt oft die Antwort, dass sie gerne eine Kurzfassung hätten und dann bin ich raus... Wenn Nachrichten kommen, die für mich keinen logischen Sinn ergeben, bohre ich solange nach, bis sie Sinn ergeben und oft kriege ich jedoch keine Antworten

  • Wenn ich etwas in einer WhatsApp Nachricht nicht verstehe, rufe ich die Person an und frage nach. Mit Smileys komme ich meistens gut zurecht und benutze sie auch gerne.

  • Also ich finde digitale Nachrichten eigentlich viel verständlicher als normale Kommunikation. Entschleunigt.

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    Alle nachträglichen Textbearbeitungen sind dem Zwang geschuldet, daß ein Text fehlerfrei und lesbar sein muss.

  • Kommunizieren über die Nachrichten-Funktion ist mir jedenfalls lieber als telefonieren und in manchen Fällen empfinde ich es auch einfacher als das direkte Kommunizieren, je nachdem wie ich gerade selbst „drauf“ oder „im“ jeweiligen Thema bin (RW).

    Aber auch ich tendiere dazu (viel) zu lange Nachrichten zu schreiben, weil ich befürchte sonst missverstanden zu werden (was trotzdem immer mal wieder dennoch auch so passiert).

    Was ich auch irritierend und oft auch etwas ärgerlich finde, ist, dass ich immer wieder (recht häufig sogar) auf konkret gestellte Fragen (schwarz auf weiß und auf ohne Umschweife gestellte Fragen), gar keine oder keine konkrete Antwort(en) bekomme.

    Deshalb probiere ich auch meine Nachrichten so zu unterteilen, dass diese deutlich ersichtlich bzw. eigentlich nicht zu überlesen sind. Dennoch passiert es immer wieder. Deshalb bin ich gerade dabei, jetzt doch vermehrt dazu über zu gehen, meine Fragen in einzelnen von einander abgetrennte Nachrichten zu stellen, auch damit ich mich dann ggf. noch einmal auf die eine oder andere unbeantwortete Frage konkret durch die „Zitier-Funktion“ beziehen und dazu eine entsprechende Nachfrage stellen kann (das muss ich allerdings noch etwas besser in der Praxis umgesetzt bekommen).

    Emoji‘s benutze ich je nachdem, entweder gar nicht oder nur reduziert auf einige wenige, die mir dann passend erscheinen. Am Ende setze ich in soziale private Nachrichten gerne mal ein verhalten lächelndes Gesicht (und hoffe, das wird dann als freundlich und dennoch nicht zu aufdringlich zugewandt verstanden bzw. interpretiert)

    Edited once, last by Celia75 (May 12, 2024 at 10:59 AM).

  • Wenn SMS Kommunikation kommt, die für mich mehrdeutig sind oder die ich garnicht verstehe, was durchaus vorkommt, dann schreibe entweder was dazu, sowas "wie meinst du das?" doch da mir das dann zu umstänlich ist, weil es so wage dann durchaus noch länger hin und her geht, rufe ich einfach (nein, so einfach ist es auch nicht, doch es passiert) an und kläre es am telefon (das funktioniert wirklich besser als dieser schreiberei).

    Die Erforschung des Bewusstseins erfordert Vorbereitung und eine positive Haltung, um durch die Natur zu tieferem Lebensverständnis und Harmonie mit dem Universum zu gelangen.

  • Whatsapp mag ich auch lieber als Telefonieren, auf jeden Fall. Trotzdem finde ich auch whatsapp mitunter anstrengend. Wann soll man schreiben, und was. Meine Kontakte verlaufen oft so, dass zwischen den Nachrichten lange Zeiten liegen, wo keiner was schreibt. Meistens könnte man nur smalltalk schreiben, und da fällt mir nichts ein. Meine Nachrichten haben deshalb oft einen konkreten Anlass, z.B. wenn ein Treffen bevorsteht. Alles was darüber hinausgeht, z.B. wenn Leute anfangen Fotos zu schicken, dann finde ich das zwar interessant (und ich schicke selber auch manchmal Fotos, die mir wichtig sind), aber es fällt mir schwer, passend darauf zu antworten. Alles kommt mir wie Platitüden vor, mühsam aufrechterhaltene Höflichkeit. Dabei erwarten meine Kontakte eigentlich nicht viel von mir, und ich kann mich gar nicht beklagen. Keiner war bisher sauer, wenn ich länger nicht geantwortet habe. Missverständnisse hatte ich auch nicht besonders oft. Bin trotzdem oft unsicher, was angemessen wäre.

    Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
    (Howard Zinn)

  • Telefonieren mag ich gar nicht, lieber alles in Textform und wenn ich einen Text nicht richtig interpretieren kann, frage ich nochmal nach, wie das konkret gemeint war. Und genau das habe ich erst mal lernen müssen und hätte mir zuvor jedes Mal unnötige Aufregung wegen Missverständnissen sparen können.

    Was ich nur nicht ausstehen kann, wenn ich konkret etwas nachfrage und dann nur so ausweichende Antworten erhalte oder im besten Fall wird gar nicht auf die Frage eingegangen oder nicht geantwortet. Und dann ist das Warten jedesmal so unerträglich, bis ich endlich die konkrete Antwort bekomme.

  • Ich nutze seit vier Jahren kein WhatsApp mehr. Ständig kam es zu Missverständnissen. Entweder habe ich in Gruppen zu viel geschrieben (für die anderen) oder meine Nachrichten wurden missverstanden. Das war während Corona schlimm. Da habe ich mich ironisch über Verschwörungstheorien lustig machen wollen und dachte, das wäre eindeutig. Dann wurde ich gecancelt...

    Ich empfand das immer als anstrengend. Da telefoniere ich lieber, auch wenn ich das auch nicht besonders mag.


    Mondaufgang

    Nutzt du auch kein WhatsApp?

  • Ich mag je nach Chatpartner WhatsApp durchaus. Es gibt da aber auch Menschen, die einen mit gefühlt 100 Sprachnachrichten pro Stunde bombardieren, statt einfach kurz anzurufen. Telefonieren - je nach Gesprächspartner und Grund - kann ich. Aber halt nicht mit jedem gut. Nur Sprachnachrichten finde ich einfach total nervig, wenn sie inflationär genutzt werden. Ich selbst kann keine versenden. Das ist ja noch schwerer als das Telefonieren:m(:

    PNs hier im Forum finde ich auch ok.

    Zweimal habe ich von hier zu WA gewechselt, weil das einfacher schien. War es auch...birgt allerdings Risiken, da Missverständnisse der Geschwindigkeit geschuldet noch öfter passieren können. Bisher konnten wir die immer aufklären, aber gelegentlich wars schon wacklig aber auch schon lustig. Und telefonieren geht nach wie vor kaum.

    An WA nervt mich auch diese Erwartungshaltung, die ich aber selbst auch habe. Wenn jemand eine Nachricht gelesen hat und nicht antwortet, obwohl man beispielsweise eine Frage gestellt hatte. Dann nagt es an mir (RW) warum die Person keine Antwort gibt.

    Kenne ich die Person gut, dann weiss ich inzwischen, dass es sicher einen guten Grund gibt dafür.

    Bei anderen werde ich dadurch unsicher.

    Grundsätzlich möchte ich auf WhatsApp nicht verzichten. Gerade bei großen Entfernungen ist ein tolles Mittel zum Austausch.

    Und meine Freundschaften sind leider fast alle ewig weit weg. Ausser sehr seltenen Besuchen bliebe da nur das Telefon...was in der Regel keiner so gerne mag.

  • Ich selbst kann keine versenden. Das ist ja noch schwerer als das Telefonieren :m(:

    Ich verzichte auch möglichst auf das selbst Sprachnachrichten verschicken.

    Jedes mal wenn ich’s dann doch der Schnelligkeit wegen versuche, könnte ich danach im Boden versinken, weil ich mich dabei entweder ständig verhasple und/oder meist super umständlich und leider dadurch auch leicht missverständlich ausdrücke. :oops: :m(:

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