Zusammenhang von Autismus und Entzündungen und wie kommt man da raus?

  • Ich hatte auch viel mit Sehnenentzündungen zu tun. Bei der geringsten Belastung immer gleich Sehnenentzündung, manchmal auch ganz ohne ersichtlichen Grund. In den 90ern hatte ich schon mal eine langwierige Achillessehnenentzündung, ab 2001 Plantarsehnenentzündung (inzwischen ist ein großer Fersensporn bds. daraus geworden), dann langjährig eine Entzündung am Trochanter bds., danach im Wechsel wieder Achillessehnen und Tennisellenbogen. Das Komische dabei war, dass die meisten Behandlungen nie etwas geholfen haben, und es irgendwann, wenn ich schon die Behandlung aufgegeben hatte, von selbst wegging. Nur kam es dann halt irgendwann an der gleichen oder an einer anderen Stelle wieder. Nur ein Medikemant hat eventuell etwas geholfen, aber da könnte es auch sein, dass es gar nicht an dem Medikament lag, das weiß ich letztendlich nicht. Ab 2007 habe ich eine ganze Weile Sulfasalazin genommen, ein Medikament gegen entzündliches Rheuma, und da hatte ich das Gefühl, dass alles ein bisschen weniger heftig wurde. Als ich es dann nach drei oder vier Jahren wieder wegließ, fing es nach einer Weile wieder an den Achillessehnen an. Eine gesicherte Rheumadiagnose hatte ich allerdings nie, dafür waren die Symptome dann wieder zu gering. Meine Sehnenentzündungen hatte ich ja über Jahre und auch schon zu Zeiten, wo ich noch gar keine Medikamente genommen habe.

    Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
    (Howard Zinn)

  • Deprescribing, also das kontrollierte (!) absetzen von medikamenten, um neben- und wechselwirkungen zu verhindern, kann zwar durchaus sinnvoll sein, aber bitte niemals ohne ärztliche begleitung.

    Schon klar, ich habe das auch auf ärztlichen Rat hin gemacht. Beispielsweise Antidepressiva einfach so absetzen würde ich auch niemandem raten.


    Plantarsehnenentzündung (inzwischen ist ein großer Fersensporn bds. daraus geworden), dann langjährig eine Entzündung am Trochanter bds., danach im Wechsel wieder Achillessehnen und Tennisellenbogen. Das Komische dabei war, dass die meisten Behandlungen nie etwas geholfen haben, und es irgendwann, wenn ich schon die Behandlung aufgegeben hatte, von selbst wegging. Nur kam es dann halt irgendwann an der gleichen oder an einer anderen Stelle wieder.

    Plantarsehnenentzündung: Ach so heißt das. Ich hatte nicht in den Arztbriefen nachgesehen. Bei mir sind es auch Fersensporne und an beiden Ellbogen ebenfalls knöcherne Auswüchse (ich weiß nicht, wie die heißen), die laut Arzt Folgen der ständigen Entzündungen sind, geworden.

    Mir geht es seit inzwischen Jahrzehnten genauso. Nur die entzündunghemmenden Schmerzmittel haben zumindest die Schmerzen gelindert. Ich lerne gerade, auch ohne auszukommen.

    Eine gesicherte Rheumadiagnose hatte ich allerdings nie, dafür waren die Symptome dann wieder zu gering. Meine Sehnenentzündungen hatte ich ja über Jahre und auch schon zu Zeiten, wo ich noch gar keine Medikamente genommen habe.

    Da wo ich wohne, gibt es keine Rheumatologen. Ich hatte vor einem Jahr mal einen Termin bei einem, der weiter weg ist und auf diesen Termin musste ich fast ein Jahr warten. Der meinte, ich hätte Schuppenflechtenrheuma, ich solle aber erst noch ein CT machen und dann wiederkommen wegen einer evtl. Behandlung. Er hatte mir nur keine Überweisung mitgegeben, deshalb wurde das CT auch nicht gemacht. Ich hätte mir von ihm eine Überweisung holen müssen. Das scheiterte daran, dass ich schlicht zu wenig Energie hatte, mich darum zu kümmern. Jetzt darf ich eh keine Medikamente mehr nehmen, also ist es vermutlich obsolet.

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    Edited 2 times, last by SD_Aspie: Ein Beitrag von SD_Aspie mit diesem Beitrag zusammengefügt. (April 28, 2024 at 8:57 AM).

  • Mit Sehnenentzündungen plage ich mich schon mein gesamtes Leben (ab 16 Jahren) rum. Angefangen mit Sehnenscheidenentzündung an beiden Händen, dann am Fuß, dann am Oberschenkel, also speziell die Sehnenansätze sind davon sehr, sehr oft betroffen.

    Entzündungshemmende Medis haben wenig geholfen, gut sie haben den Schmerz etwas reduziert, aber geheilt ist das nicht.

    Ich habe lange Zeit ein Präparat aus Ackerschachtelhalm eingenommen, weil ich ja aktive Läuferin war. Das hat ganz gut geholfen und hatte für mich keine Nebenwirkungen.

    Inzwischen habe ich zwar immer mal wieder etwas, aber ich habe ähnliche Beobachtungen wie Shenya machen können - es geht irgendwann auch wieder weg.

    Beim Rheumatologen war ich mal, da waren die Rheumamarker unauffällig. Somit weiß niemand was es ist, woher es kommt und was gehen könnten damit es heilt.

    Medis nehme ich diesbezüglich aber keine mehr, ich hab mich mit Schmerzen arrangiert - also ich mache, was ich machen kann auch wenns weh tut. Bleibende Schäden scheint es dadurch noch nicht zu geben.

  • Jetzt darf ich eh keine Medikamente mehr nehmen, also ist es vermutlich obsolet.

    Es gibt ja auch Medikamente, die den Nieren nichts tun. Bei den Schmerzmitteln geht Paracetamol, Metamizol und Tramadol. Trotzdem ist es nicht toll, täglich Schmerzmittel zu nehmen. Kannst auch mal schauen, was bei den Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmittel alles entzündungshemmend wirkt. Bei Nahrungsmitteln merke ich keinen Effekt (ich nehme z.B. oft Kurkuma zum Würzen). Omega 3 Fettsäuren hatten eventuell einen kleinen Effekt.

    Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
    (Howard Zinn)

  • Warum soll die Propionsäure ausgerechnet bei Autisten Entzündungen des Nervensystems fördern?

    Warum, weiß ich nicht. Und das scheint auch noch nicht gänzlich erforscht zu sein. Ist auf jeden Fall ein spannendes Thema, mir fehöt nur das medizinische Fachwissen, um das detaillierter zu verstehen.
    Zu dem Thema gibt's z.B. hier ein Paper: https://www.nature.com/articles/s41598-019-45348-z
    Bin selbst eher zufällig auf das Thema gestoßen, als ich zu Propionsäure gegen MS recherchiert habe.
    Die niedrigste in dem Paper getestete Konzentration von 0,1 mmol/Liter (= 7,4 mg Propionsäure pro Liter) dürfte größenordnungsmäßig das sein, was ich mit einem Gramm Natriumproionat am Tag auch erreiche.

  • Nach deiner beschreibung klingt es, als wäre eine immunsuppressive therapie indiziert. Die hat natürlich auch nebenwirkungen (höhere infektanfalligkeit z.b.) und die klassische 1. Wahl, MTX, ist, soweit ich weiß zumindest bei stärkerer Niereninsuffizienz kontraindiziert. Aber das müsste natürlich im Einzelfall dein behandelnder Arzt klären. Ein Rheumatologe wäre sicher der richtige Ansprechpartner, ein engagierter Hausarzt kann dir aber auch viel helfen.

    Es ist wichtig, krankheiten wie rheumatoide Arthritis möglichst früh und adequat zu behandeln, um sowohl die Lebensqualitätseinschränkungen durch die akuten Symptome als auch Folgeschäden möglichst gering zu halten.


    Es gibt definitiv medikamentöse Optionen, die auch bei Niereninsuffizienz gehen.


    Klar ist Stressreduktion wichtig und kann auch viel helfen. Genau wie gesunde Ernährung, Vermeidung von Mangelzuständen usw. Aber es ist nicht zu empfehlen, die Krankheit einfach zu ertragen und zu resignieren, wenn es noch viele bisher unausgeschöpfte Möglichkeiten der Therapie gibt.

  • Es gibt ja auch Medikamente, die den Nieren nichts tun. Bei den Schmerzmitteln geht Paracetamol, Metamizol und Tramadol. Trotzdem ist es nicht toll, täglich Schmerzmittel zu nehmen. Kannst auch mal schauen, was bei den Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmittel alles entzündungshemmend wirkt. Bei Nahrungsmitteln merke ich keinen Effekt (ich nehme z.B. oft Kurkuma zum Würzen). Omega 3 Fettsäuren hatten eventuell einen kleinen Effekt.

    Ja, Du hast Recht. Danke. Tramadol und Paracetamol (vertrage ich nicht) soll ich ebenfalls nicht nehmen, nur noch bei absolut unerträglichen Schmerzen Novalgintropfen, wobei mir ärztlicherseits geraten wurde, möglichst zu lernen, komplett ohne Schmerzmittel auszukommen.

    Deshalb informiere ich mich gerade zu den Möglichkeiten, über Nahrungsmittel die Entzündungen zu beeinflussen. Kurkuma verwende ich sowieso häufig beim Kochen, der scheint also auch bei mir keinen Effekt zu haben.


    65536 Vielen Dank für Deine Antwort und den Link zu dem Paper. Das Thema werde ich mal weiter verfolgen.

    Es ist wichtig, krankheiten wie rheumatoide Arthritis möglichst früh und adequat zu behandeln, um sowohl die Lebensqualitätseinschränkungen durch die akuten Symptome als auch Folgeschäden möglichst gering zu halten.


    Es gibt definitiv medikamentöse Optionen, die auch bei Niereninsuffizienz gehen.


    Klar ist Stressreduktion wichtig und kann auch viel helfen. Genau wie gesunde Ernährung, Vermeidung von Mangelzuständen usw. Aber es ist nicht zu empfehlen, die Krankheit einfach zu ertragen und zu resignieren, wenn es noch viele bisher unausgeschöpfte Möglichkeiten der Therapie gibt.

    Ok, gut zu wissen. Dann muss ich schauen, dass ich möglichst in naher Zukunft doch nochmal einen Termin bei diesem Rheumatologen bekomme.

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    Edited once, last by SD_Aspie: Ein Beitrag von SD_Aspie mit diesem Beitrag zusammengefügt. (April 29, 2024 at 9:36 AM).

  • Ich habe bis zu diesem Jahr vor Gesundheit gestrotzt. Dann brach bei mir eine Colitis ulcerosa aus. Mein Opa war auch betroffen, also kommt Vererbung als Ursache infrage. Er hat es allerdings erst in höherem Alter bekommen. Und ich bin noch nicht mal 30 und muss schon Immunsuppressiva nehmen. Ich habe mal von einem Zusammenhang zwischen Autismus und gastrointestinalen Problemen gehört. Aber die sind eher durch einseitige Ernährung bedingt, und ich esse für mein Leben gern, alles und reichlich. Klar, da ist viel Schokolade dabei, aber ich esse auch oft Obst und Gemüse.

    Ich frage mich, ob Entzündungen durch Stress hervorgerufen bzw. aufrecht erhalten werden. Autisten stehen ja in Punkt Reizverarbeitung ständig unter Stress.

  • Klar, da ist viel Schokolade dabei, aber ich esse auch oft Obst und Gemüse.

    Zucker fördert leider Entzündungen im Körper.

    Ein Beispielartikel:

    Wie Zucker Entzündungen fördert
    Ein hoher Zuckerkonsum kann entzündliche Prozesse im Körper begünstigen und dadurch die Entstehung von Autoimmunkrankheiten fördern. Ein Forschungsteam der Uni…
    www.uni-wuerzburg.de
  • Ich habe mal von einem Zusammenhang zwischen Autismus und gastrointestinalen Problemen gehört. Aber die sind eher durch einseitige Ernährung bedingt, und ich esse für mein Leben gern, alles und reichlich. Klar, da ist viel Schokolade dabei, aber ich esse auch oft Obst und Gemüse.

    Von diesem Zusammenhang habe ich ebenfalls schon gelesen. Ich vertrage keine Schokolade und habe eine Laktoseintoleranz, deshalb esse ich wehr wenig Süßkram. Kuchen- und Chipsfan bin ich ebenfalls nicht, ich knabbere lieber rohes Gemüse und Obst. Trotz eigentlich gesunder Ernährung habe ich aber ständig Magen-Darmprobleme.


    Zucker fördert leider Entzündungen im Körper.

    Ja, davon habe ich auch schon gelesen. Danke für den Link zum Artikel.

    21 is only half of the answer.

    Edited once, last by SD_Aspie: Ein Beitrag von SD_Aspie mit diesem Beitrag zusammengefügt. (May 2, 2024 at 8:48 AM).

  • Bei chronischen Entzündungen kann es helfen, soweit wie möglich auf Milchprodukte, Zucker und Gluten zu verzichten. Und auf eine ausreichende Zufuhr von Folat (Folsäure) zu achten. Das ist unter anderem in grünem Blattgemüse, Kohl, Fenchel und Gurken enthalten.

    Es kann auch supplementiert werden und ist unter dem Namen L-Methylfolat oder auch 5-MTHF erhältlich.

    https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2023/09/20/zus…n%20k%C3%B6nnen.

    Those who can make you believe absurdities, can make you commit atrocities.

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